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Wald oder Plantage? – Ein eigener Rückblick zur Waldbegehung Zur öffentlichen Waldbegehung am Samstag, den 11. Oktober wurde schon aus verschiedenen...
Collage mit einem gesunden Baum, einem sterbendem Baum und in die Höhe gejagten Bäume.
Die für einen Plantagenbetrieb optimierte regionale Forstwirtschaft muss sich an die Kimaentwicklung anpassen: Immer höher stößt an seine natürlichen Grenzen.Foto: Roland Liebl

Wald oder Plantage? – Ein eigener Rückblick zur Waldbegehung

Zur öffentlichen Waldbegehung am Samstag, den 11. Oktober wurde schon aus verschiedenen Blickwinkeln im Mitteilungsblatt berichtet. Man sollte dabei allerdings nicht vergessen, dass wir fast gar keinen originären Waldbestand rund um Waghäusel haben, sondern letztendlich intensiv bewirtschaftete Baumplantagen. Auch wenn Kahlschlag und Setzlinge als Neuaufforstung seit wenigen Jahrzehnten nur noch sehr selten zum Einsatz kommen, die alten Bäume wurden über Jahrhunderte als Nutzholz gezüchtet, sowie oft in Baumschulen gezielt auf Forstertrag getrimmt. So war genau die erste Station der öffentlichen Gemeinderatssitzung eine Kiefer, die sich auf freier Fläche in praller Sonne und dem vollen Wind ausgesetzt gut entwickeln durfte. So ein Baum ist dann allerdings nicht als Bauholz verwendbar, denn der natürliche Wuchs geht auch in die Breite und daher nur sehr langsam in die Höhe. Dass so ein natürlich gewachsener Baum noch mit den warmen Sommern gut zurecht kommt, ist keine Überraschung. Davon konnten sich die Teilnehmer der Sitzung überzeugen. Das Gegenteil ist die Ästung, also das komplette entfernen aller Seitentriebe, die vor gar nicht so langer Zeit noch zum Standard in der regionalen Forstwirtschaft zählte. Dass ein so unter Stress gesetzter Baum das Wasser dann als einzige Option in Rekordhöhen transportieren muss, war gewollt. Schließlich sollte er noch höher werden. Bei möglichst ganz geradem Wuchs. Einige heiße Sommer und der Baum überlebt es nicht. Genau das sehen wir momentan an vielen Stellen.

Unsere wiederholte Forderung zur Haushaltsberatung: Weniger Plantage und Jahr für Jahr etwas mehr natürlichen Wald. Der hält dann auch trockene Sommer viel besser aus. Außerdem fordern wir seit Jahren die rigide Grundwasserabsenkung zu überdenken, z.B. durch regelmäßige Flutung des Polders am Kriegbach. Beides ist ohne nennenswerte Investitionen möglich und hilft der Natur.

Erscheinung
Mitteilungsblatt der Stadt Waghäusel
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Ausgabe 44/2025
Dieser Inhalt wurde von Nussbaum Medien weder erfasst noch geprüft. Bei Beschwerden oder Anmerkungen wenden Sie sich bitte an den zuvor genannten Erfasser.
Orte
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