Mit den Stimmen der CDU Fraktion hat der Gemeinderat einen wichtigen Schritt zur Umsetzung der GT-GS vollzogen. Damit wird der Rechtsanspruch auf eine ganztägige Betreuung und Förderung für jedes Kind von der ersten bis zur vierten Klasse stufenweise ab 2027/2028 umgesetzt. Im Schuljahr 2026/2027 wird der Rechtsanspruch durch eine ausschließlich kommunale Betreuung gewährleistet.
Der Gemeinderat hatte sich bereits im November 2024 für das Modell mit einem Ganztagsunterricht an drei Tagen entschieden. Viele weitere Details waren jedoch noch offen und konnten während der Sitzung teilweise, aber nicht vollumfänglich geklärt werden. So liegt beispielsweise noch kein pädagogisches Konzept für eine Ganztagsbetreuung vor. Auch bei den Kosten sind noch viele Fragen offen. Entschieden wurde, dass die Schule einen Anbau mit drei Räumen à 80 qm für ca. 1,9 Mio. € bekommen soll.
Das Gremium stand unter großem Entscheidungsdruck, was erklärt, dass schlussendlich die Vorlage der Verwaltung in allen Punkten mehrheitlich beschlossen wurde. Dennoch muss auch ein kritischer Blick hinsichtlich der Größenordnung der zusätzlichen Räume von 240 qm erlaubt sein und diese infrage gestellt werden, wenn hierzu noch kein Nutzungskonzept vorliegt. Und das hat nichts damit zu tun, dass man den Schulkindern keine Räume gönnen wolle. Eine Förderung der Baukosten gibt es in Forst nur in sehr geringem Umfang, weil bereits alle Gelder vergeben sind. Auch wie sich die Betreuungskosten generell für die Gemeinde darstellen, ist noch nicht transparent.
Die Teilnahme an der GT-GS ist keine Pflicht. Eltern können ihre Kinder auch wie bisher die Halbtagsgrundschule besuchen lassen. Die Spielkiste steht hierbei nach wie vor als ergänzende und bedarfsorientierte kommunale Betreuung – kostenpflichtig – zur Verfügung. Zu welchen Entgelten diese Variante angesichts einer vorhandenen Ganztagsschule auf Dauer führt, ist ein weiteres Detail, mit dem sich der Gemeinderat in der Zukunft befassen muss.
Fazit: Auch wenn es noch einige Ungereimtheiten gibt, ist die Einführung der GT-GS die richtige Entscheidung und eine gute Botschaft!
Wir sind den Vorschlägen des Städtetages von insgesamt 14,8 % Gebührenanpassung für 2024/2025 und 2026/2027 – teilweise zu Recht – nicht gefolgt. Hintergrund waren u. a. personelle Engpässe im Buntstift, die dankenswerterweise durch eine über mehrere Monate andauernde Elternbetreuungsinitiative abgefangen wurden.
Nach den schwierigen Phasen seit Corona sind wir nun wieder in einem geregelten Betrieb. Gerne hätten wir eine genaue Betriebskostendarstellung gehabt. Dennoch gibt es natürlich eine kostenbezogene Orientierung, aus der wir die Notwendigkeit einer Gebührenanpassung erkennen. Im Haushalt 2025 belaufen sich die Aufwendungen für die beiden kommunalen Einrichtungen auf ca. 2,5 Mio. € pro Jahr, davon ca. 2,1 Mio. Personalkosten. Die Elternbeiträge liegen bei ca. 423.000 €. So erfreulich nicht vollzogene Anpassungen für die Eltern sind – auf lange Sicht betrachtet ist es nichts anderes als eine zeitliche Verschiebung der Kostenproblematik zum Nachteil der folgenden Elterngenerationen. Es zeichnet sich ab, dass wir uns wieder an den Vorschlägen des Städtetages werden orientieren müssen.
Manfred Häffner, Fraktionsvorsitzender
Für Sie im Gemeinderat:
Monika Mohr, Iris Bruns-Riehl, Stefan Ay, Martin Böser, Dr. Eberhard Prinz, Matthias Sparn