Liebe Mitbürgerin, lieber Mitbürger,
Diebstähle, Körperverletzungen, Sachbeschädigungen, Entführungen: Wie groß ist die Gefahr in Uhingen? Glücklicherweise sehr gering. Das wurde bei der Vorstellung der Sicherheitslage durch den Leiter des Uhinger Polizeireviers Rainer Duckeck kürzlich im Uhinger Gemeinderat deutlich.
Die Zahl der registrierten Fälle ist im vergangenen Jahr auf 457 gesunken, dabei waren es im Vorjahr noch 519 Fälle. Das bedeutet ein Minus von 11,9 Prozent der Fälle, was mich als Bürgermeister von Uhingen sehr erfreut. Und erfreulich ist auch ein weiterer Umstand in Uhingen: Glücklicherweise gibt es bei uns keine wirklichen Brennpunktgebiete oder -schwerpunkte.
Manche von Ihnen, liebe Mitbürgerin und lieber Mitbürger, werden da vermutlich mit dem Kopf schütteln und an eigene vielleicht unschöne Erlebnisse denken. Aber, das möchte ich an dieser Stelle betonen: Das subjektive Sicherheitsgefühl ist oft anders als die tatsächliche Lage.
Erfreulich ist auch, dass die Polizisten hinsichtlich der Tatverdächtigen in allen Altersgruppen einen Rückgang verzeichnen – am deutlichsten sogar bei den Jugendlichen. Das zeigt, dass die Präsenz der Polizisten und die Jugendarbeit durch das SOS-Jugenddorf Göppingen Früchte tragen.
Rückläufig ist auch die Zahl der Verkehrsunfälle (ohne die Kleinstunfälle) von 196 im Jahr 2023 auf 169 im vergangenen Jahr. Leider aber ist eine Zahl deutlich gestiegen, was mich ärgert: die Zahl der Unfälle, bei denen Alkohol Ursache war.
Wichtig ist bei der Betrachtung der ganzen Zahlen, dass die Polizisten im Polizeirevier Uhingen nicht nur für Uhingen zuständig sind, sondern für 16 Gemeinden mit mehr als 73.000 Einwohnern. Damit kümmern sich die Polizisten in Uhingen um mehr Gemeinden und Menschen als ihre Kolleginnen und Kollegen in den Revieren Göppingen, Eislingen und Geislingen.
Und diese Größe ist auch ein Grund, wieso die Polizistinnen und Polizisten nicht sofort bei allen Lagen einschreiten können. Wenn es zu Unfällen, häuslicher Gewalt, sonstigen Auseinandersetzungen oder Diebstählen kommt, ist das sofortige Tätigwerden wegen nächtlicher Ruhestörung hintanzustellen.
Apropos Ruhestörung: Davon gab es 84 Fälle an sieben Bereichen im Uhinger Stadtgebiet, wobei nur 30 dieser Ruhestörungen im öffentlichen Raum aufgetreten sind, der Rest im privaten Raum. Das zeigt ebenfalls deutlich, dass die Ruhestörung beispielsweise durch Jugendliche vergleichsweise gering ist und nicht deckungsgleich mit der eigenen Wahrnehmung ist.
Im Vergleich zu anderen Städten unserer Größe ist die Kriminalitätsbelastung bei uns nicht höher. Die Lage in Uhingen ist für die Allgemeinheit nicht besorgniserregend, hier lebt es sich relativ sicher.
Dazu trägt die Polizei durch Schwerpunktkontrollen zu bestimmten Zeiten und an bestimmten Örtlichkeiten, zusätzliche Sonderdienste, engagierte Jugendsachbearbeiter und falls erforderlich auch die Präsenz des Polizeipräsidiums Einsatz und der Hundeführerstaffel ihren Teil bei. Unterstützt wird sie durch Kontrollen, die in den Zuständigkeitsbereich der Stadt Uhingen fallen, unseren Gemeindevollzugsdienst, Citystreifen und einen Sicherheitsdienst sowie durch Platzverweise, Aufenthaltsverbote und Gefährderansprachen.
Eine Bitte habe ich abschließend noch an Sie, liebe Mitbürgerin und lieber Mitbürger: Wenden Sie sich in Notlagen bitte umgehend an die Polizei. Sie kann nämlich erst aktiv werden, wenn sie auch gerufen wird – und nicht erst Tage später über einen Vorfall informiert wird.
An dieser Stelle danke ich den Polizisten für ihre Arbeit rund um die Uhr und an jedem Tag im Jahr. Mit ihrer Ruhe und Souveränität entschärfen die Polizistinnen und Polizisten so manche konfliktreiche Situation schon im Vorfeld.
Es grüßt Sie herzlich
Ihr Matthias Wittlinger
Bürgermeister