Wie können junge Menschen besser in Ausbildung gebracht werden – und wie lassen sich Alleinerziehende stärker in den Arbeitsmarkt integrieren? Mit diesen Fragen hat sich der Ausschuss für Soziales des Rhein-Neckar-Kreises in seiner jüngsten Sitzung beschäftigt. Im Mittelpunkt standen die Ergebnisse der Zielerreichung des Jobcenters Rhein-Neckar-Kreis im Jahr 2025 sowie die neue Zielvereinbarung zwischen Landratsamt und Jobcenter für das Jahr 2026. Über die Entwicklungen berichtete im Ausschuss die Geschäftsführerin des Jobcenters Rhein-Neckar-Kreis, Janina Jung.
Zunächst stellte sie anhand eines Fallbeispiels eindrücklich die Arbeit des Jobcenters vor, ehe sie zu den Ergebnissen der im Jahr 2025 vereinbarten Ziele Stellung nahm. Erfreulicherweise konnten alle Ziele erreicht werden. Besonders positiv entwickelte sich die Integration von Menschen in Arbeit und Ausbildung: Insgesamt 3.940 Personen konnten im vergangenen Jahr in Beschäftigung, Ausbildung oder Selbstständigkeit vermittelt werden. Damit lag die Integrationsquote mit 22,4 Prozent über dem vereinbarten Zielwert (21,0 Prozent).
Auch bei der Vermeidung von langfristigem Leistungsbezug konnten die Zielvorgaben eingehalten werden. Mit einem durchschnittlichen Bestand an Langzeitleistungsbeziehenden von 11.138 wurde die Solllinie um 2,2 Prozent bzw. 249 Langzeitleistungsbeziehende unterschritten.
Gleichfalls erreicht wurden die beiden kommunalen Ziele des Landkreises. Beim Ziel der Aktivierung von Schulabgängerinnen und Schulabgängern lag die Beratungsquote im Ausbildungsjahr 2024/2025 bei 85,5 Prozent. Vorgabe war eine Quote von mindestens 80 Prozent. Insgesamt wurden 716 von 838 betreuten Schulentlassenen durch die Berufsberatung der Agentur für Arbeit oder die Jugendberufsagentur beraten. Auch beim zweiten kommunalen Ziel, der Verbesserung der Integration von Alleinerziehenden, konnte das Jobcenter die Zielmarke erreichen. Die Integrationsquote der Alleinerziehenden lag 2025 bei 18,4 Prozent und damit über dem festgelegten Zielwert von mindestens 17,8 Prozent.
Die Mitglieder des Ausschusses stimmten außerdem einstimmig der Zielvereinbarung zwischen dem Rhein-Neckar-Kreis und dem Jobcenter für das Jahr 2026 zu. Darin werden die beiden kommunalen Schwerpunkte für die Arbeit des Jobcenters erneut festgelegt. Ein Ziel bleibt die frühzeitige Unterstützung junger Menschen beim Übergang von der Schule in Ausbildung oder Beruf. Auch für das Jahr 2026 sollen mindestens 85 Prozent der vom Jobcenter betreuten Schulentlassenen eine Beratung durch die Berufsberatung der Agentur für Arbeit Heidelberg oder durch Angebote der Jugendberufsagentur erhalten. Der zweite Schwerpunkt liegt weiterhin auf der Integration von Alleinerziehenden in den Arbeitsmarkt. Mehr als jede vierte leistungsberechtigte Frau im Jobcenter Rhein-Neckar-Kreis ist alleinerziehend. Für das Jahr 2026 wurde daher eine Integrationsquote von mindestens 18 Prozent als Ziel festgelegt.
„Gerade bei jungen Menschen zeigt sich, wie entscheidend eine frühzeitige Berufsorientierung und eine gute Beratung ist“, erklärte Jobcenter-Geschäftsführerin Janina Jung dem Gremium. Landrat Stefan Dallinger betonte die Bedeutung der beiden kommunalen Ziele: „Mit der Zielvereinbarung setzen wir ganz bewusst zwei Schwerpunkte. Die Unterstützung junger Menschen beim Übergang in Ausbildung und bessere Perspektiven für Alleinerziehende auf dem Arbeitsmarkt sind für uns zentrale sozialpolitische Aufgaben im Landkreis.“ Außerdem informierte das Jobcenter über das Arbeitsmarkt- und Integrationsprogramm für das Jahr 2026. Dieses bildet die strategische Grundlage für die arbeitsmarktpolitische Arbeit des Jobcenters im kommenden Jahr. Die Kreisrätinnen und Kreisräte nahmen den Bericht zur Kenntnis.
Zudem befasste sich der Ausschuss mit weiteren sozialpolitischen Fragestellungen. Einen Sachstandsbericht zur Prävention von häuslicher Gewalt und zu Hilfen für Betroffene im Rhein-Neckar-Kreis nahm das Gremium zur Kenntnis. Das Familienzentrum Rose mit Schutzwohnungen in Ilvesheim in Trägerschaft des DRK-Kreisverbands Mannheim soll im Juni eröffnet werden.
Außerdem informierte die Kreisverwaltung über Kennzahlen zur Hilfe zur Pflege in Baden-Württemberg und im Rhein-Neckar-Kreis für das Jahr 2024. Der Bericht zeigt, dass sowohl Fallzahlen als auch Kosten im Bereich der Hilfe zur Pflege weiter steigen und damit auch künftig ein wichtiges sozialpolitisches Handlungsfeld darstellen. Darüber hinaus beschloss der Ausschuss für Soziales die Verwendung der Fördermittel im sozialen Bereich für das Jahr 2026. Insgesamt stehen hierfür rund 2,87 Millionen Euro zur Unterstützung sozialer Angebote im Rhein-Neckar-Kreis zur Verfügung. Der Beschluss wurde einstimmig bei vier Enthaltungen der AfD-Kreisrätinnen und Kreisräte gefasst.
(Silke Hartmann)