Nussbaum-Logo
NUSSBAUM+

Ausstellung regt zu Reflexion über Demokratie und Zusammenleben an

Verkehrsschilder der Gerechtigkeit Seit Montag präsentiert das „Bündnis für Demokratie und Toleranz Wiesloch e.V.“ die Ausstellung „Verkehrsschilder...
Eine Gruppe aus Menschen verschiedenen Alters und verschiedener Geschlechter stehen vor einem Schild.
Die frei zugängliche Ausstellung richtet sich an Schülerinnen und Schüler sowie an die interessierte Öffentlichkeit.Foto: LIP

Verkehrsschilder der Gerechtigkeit

Seit Montag präsentiert das „Bündnis für Demokratie und Toleranz Wiesloch e.V.“ die Ausstellung „Verkehrsschilder der Gerechtigkeit“ auf dem Pausenhof des Berufsschulzentrums Wiesloch. Diese ist bis zum 13. Februar zu sehen und zeigt acht Schilder, die den bekannten Verkehrsschildern nachempfunden sind und Themen wie Umweltverschmutzung, Respekt, Solidarität, Gleichberechtigung, Krieg, Mobbing, Rassismus sowie die Rechte von Minderheiten aufgreifen.

Die Schilder entstanden unter der künstlerischen Leitung von Johannes Volkmann während der 4. Internationalen Gipfelkonferenz der Kinder und Jugendlichen 2021 in Nürnberg, bei der rund 500 junge Menschen aus ganz Europa neue Symbole für ein gerechteres Zusammenleben entwickelten.

Gesellschaftliche Bedeutung

„Die Schilder sollen dazu anregen, über ein achtsames und sinnvolles Miteinander nachzudenken“, erklärt Oriana Gradl, Co-Vorsitzende des Bündnisses Demokratie und Toleranz Wiesloch e.V. Gradl betont die gesellschaftliche Bedeutung des Projekts: „Demokratie ist wie dieses Projekt. Sie ist nicht einfach da wie ein einbetonierter Pfosten. Sie lebt davon, dass wir hinschauen, mitdenken und Symbole neu deuten. Dass wir uns nicht damit abfinden, wenn der Weg für manche steinig ist und für andere glatt asphaltiert.“ Die Ausstellung zeigt unter anderem das Schild „Vom Rassismus zur Gleichbehandlung“, das besonders Gradl am Herzen liegt. „Es reicht nicht, nur nicht rassistisch zu sein. Wir müssen aktiv für Gleichberechtigung eintreten, damit alle in Wiesloch die gleichen Chancen haben, ans Ziel zu kommen.“

Symbole des Miteinanders

Die Idee hinter den Verkehrsschildern ist bewusst einfach: So wie wir die Regeln im Straßenverkehr verinnerlicht haben, sollen die Schilder der Gerechtigkeit als Symbole das gesellschaftliche Miteinander reflektieren und Impulse für Diskussionen und Handeln geben. „Respekt auf einem Stoppschild bedeutet Innehalten. Respekt ist der Sicherheitsgurt unserer Gesellschaft. Ohne ihn knallt es“, so Gradl weiter. Auch für die junge Generation haben die Schilder besondere Bedeutung. Maike Wildhagen, Jugendgemeinderätin und Schülersprecherin am benachbarten OHG, verweist auf die anstehende Landtagswahl in Baden-Württemberg: „Zum ersten Mal entscheiden wir mit, wie Baden-Württemberg in den nächsten Jahren aussieht – bei Bildung, Klima und vielem mehr. Wählen heißt für uns nicht nur ein Kreuz zu machen, sondern Verantwortung für uns, für andere und für die wahrzunehmen, die noch nicht wählen können.“

Bewusstsein stärken

„Demokratie lebt davon, dass wir mitreden, mitentscheiden und füreinander einstehen. Und es braucht Menschen, die hinschauen und klar sagen: keine Stimme für Parteien, die ausgrenzen, vereinfachen oder unsere Freiheit infrage stellen.“ Die Ausstellung ist Teil des seit 2022 bestehenden europäischen Kunstprojekts „Verkehrsschilder der Gerechtigkeit“, das vom Papiertheater Nürnberg in Zusammenarbeit mit den Goethe-Instituten initiiert wird. Die Schilder wurden bereits in mehreren Städten in Deutschland, Griechenland, Österreich, Rumänien, Ukraine, Polen und Spanien gezeigt. Ziel des Projekts ist es, das Bewusstsein für Gerechtigkeit und demokratisches Handeln zu stärken und junge Menschen zu ermutigen, die Regeln des gesellschaftlichen Zusammenlebens aktiv mitzugestalten.

Eigene Perspektiven entwickeln

„Wie wir unser Zusammenleben gestalten, liegt in unserer Hand. So wie wir die Regeln im Straßenverkehr gelernt haben, können die Verkehrsschilder der Gerechtigkeit eine positive Wirkung auf unser Miteinander entfalten“, so Gradl. Die Ausstellung auf dem Pausenhof des Berufsschulzentrums Wiesloch ist täglich frei zugänglich und ermöglicht SchülerInnen, Lehrkräften und der Öffentlichkeit, die Symbolik der Schilder zu entdecken, darüber ins Gespräch zu kommen und eigene Perspektiven zu entwickeln. (pm/red)

Erscheinung
exklusiv online
von Redaktion NUSSBAUMRedaktion NUSSBAUM
03.02.2026
Orte
Wiesloch
Passende Themenseiten
Feste, Märkte & Traditionen
Feste, Märkte & Traditionen
Freizeit & Unterhaltung
Freizeit & Unterhaltung
Kultur
Kultur