Der Kunstverein Schwetzingen verabschiedet seinen künstlerischen Leiter Dr. Dietmar Schuth. Während das „Museum für die Farbe Blau“ die wunderbarste aller Farben in ihrer historischen Bedeutung reflektiert, präsentiert der Kunstverein Schwetzingen nun zeitgenössische Künstler zu diesem Thema.
In seiner letzten Ausstellung für den Kunstverein zeigt Dietmar Schuth Künstlerinnen und Künstler aus dem Programm der letzten Jahre noch einmal mit explizit blauen Kunstwerken. Diese beweisen, dass viele historischen Bedeutungen dieser Farbe noch heute lebendig sind, andererseits öffnen sie völlig neue Dimensionen die auch im 21. Jahrhundert wie gewohnt beeindrucken und bezaubern können. Es ist keine wissenschaftlich konzipierte Ausstellung wie im Museum Blau, sondern eher eine liebevolle Hommage an die Farbe von etwa 30 KünstlerInnen aus ganz Deutschland, die Schuth schon einmal gezeigt hat und besonders schätzen gelernt hat, sodass man auch von Freunden sprechen kann.
Dabei sind viele (neoromantische) Landschaftsmaler/innen, die z.B. das blaue Eis in Grönland persönlich erlebt haben wie Gerhard Riesbeck oder Blaue Stunden von Kathrin Straub oder wie Martin Guido Becker. Andere zeigen Stillleben oder Interieurs von blauen Vögeln und Blumen wie die Kölner Elizabeth Weckes und Matthias Brock. Andere präsentieren blaue Raben wie Thomas Hildebrand als Holzschnitzerei oder Schlümpfe wie Thomas Baumgärtel oder Axel Eiflinger. Alle Bilder und Objekte beweisen, dass die jahrtausendealte Ikonografie der Farbe Blau bis heute gültig ist.
Andere Exponate sind modern und nicht historisch zu betrachten. Manche sind rein abstrakt wie ein Wanderlust-Gemälde von dem Mannheimer Dietmar Brixy oder eine konstruktive Stahlkugel von Werner Bitzigeio aus der Eifel, die auch ursprüngliche Heimat des Kurators ist. Ebenda, im schönen Kyllburg lebt Björn Schülke, der eine kinetische Arbeit beisteuern wird, eine Solarwand, die ebenfalls mit Kupferphthalocyanin grundiert und deshalb so schön blau ist. Größter Blickfang wird sicherlich die Arbeit „Entzwei 2“ von Stefan Rohrer aus Stuttgart, eine explodierende echte 2CV-Ente im schönsten Himmelblau aus Kupferphthalocyanin.
Info
Vernissage ist am Freitag, 5. Juni, um 18.30 Uhr in der Orangerie im Schlossgarten
Dauer der Ausstellung bis 5. Juli
Begrüßung: Erik Schnatterer, 1. Vorsitzender, Matthias Steffan Oberbürgermeister
Einführung: Dr. Dietmar Schuth, künstlerischer Leiter
Öffnungszeiten: Mittwoch bis Sonntag, 14 bis 18 Uhr
Es erscheint ein Katalog.


