
Mit großer Vorfreude begann Mitte März das Abenteuer für 22 Siebtklässler*innen und zwei Achtklässler des Ottheinrich-Gymnasiums, begleitet von ihren Lehrkräften Heike Hellwarth und Miriam Haag: Ziel war das Collège Pierre Mendès France im kleinen Ort Jacou nahe Montpellier – und ein abwechslungsreiches Programm voller kultureller, historischer und persönlicher Entdeckungen wartete auf die Gruppe.
Gleich zu Beginn erhielten die deutschen Schülerinnen und Schüler bei einer Stadtführung durch Montpellier spannende Einblicke in eine der lebendigsten Städte Südfrankreichs. Die Universitätsstadt, deren Wurzeln bis ins Mittelalter zurückreichen, beeindruckte mit ihren engen Gassen, eleganten Plätzen und der berühmten Medizinischen Fakultät, einer der ältesten Europas. Ein besonderes Highlight war der Aufstieg auf den Arc de Triomphe (Montpellier), von dem aus sich ein beeindruckender Blick über die Dächer der Altstadt bot.
Zudem besichtigte die Gruppe das mittelalterliche jüdische Ritualbad, das sogenannte Mikvé von Montpellier, das eindrucksvoll von der langen und wechselvollen Geschichte der jüdischen Gemeinde in der Stadt zeugt. Ein weiterer Höhepunkt war der Ausflug nach Nîmes, wo die deutschen Jugendlichen gemeinsam mit ihren französischen Austauschpartnern an einer Stadtrallye teilnahmen. Nîmes, einst eine bedeutende römische Stadt, ist bis heute geprägt von beeindruckenden Bauwerken wie der Arena und dem Maison Carrée. Spielerisch erkundeten die Schülerinnen und Schüler die Geschichte der Stadt und vertieften dabei gleichzeitig ihre Sprachkenntnisse.
Besonders eindrucksvoll war auch der Tag in der Camargue, einer einzigartigen Naturlandschaft im Rhônedelta. Am Vormittag besuchte die Gruppe eine Stierranch, auf der sie viel über die regionale Tradition der „Course Camarguaise“ erfuhr – ein Stierspiel, bei dem es nicht um das Töten des Tieres geht, sondern um Geschicklichkeit und Mut. Neben den berühmten schwarzen Stieren lernten die Jugendlichen auch die weißen Camargue-Pferde kennen. Am Nachmittag ging es weiter in das mittelalterliche Städtchen Aigues-Mortes. Die vollständig erhaltene Stadtmauer bot einen beeindruckenden Rundblick über die Camargue und die umliegenden Salinen. Neben der geschichtlichen Bedeutung – die Stadt war einst ein wichtiger Hafen für die Kreuzzüge unter König Ludwig IX. – blieb auch Zeit zum Bummeln durch die kleinen Gassen und Geschäfte.
Das darauffolgende Wochenende verbrachten die Schülerinnen und Schüler in ihren Gastfamilien – ein Moment, dem viele mit Spannung entgegengefiebert hatten. Das Eintauchen in das französische Alltagsleben, gemeinsame Mahlzeiten und Ausflüge sorgten für intensive Einblicke in die Kultur und stärkten die neu geknüpften Freundschaften. Auch der Schulbesuch am Collège Pierre Mendès France war eine bereichernde Erfahrung. Die deutschen Gäste lernten das französische Schulsystem kennen und nahmen an verschiedenen gemeinsamen Aktivitäten teil. Besonders herausfordernd waren Sprachspiele und Zungenbrecher, bei denen viel gelacht wurde und Hemmungen schnell abgebaut werden konnten. So verbesserten die Schülerinnen und Schüler nicht nur ihre Sprachkenntnisse, sondern gewannen auch mehr Sicherheit im Umgang mit der Fremdsprache. Mit zahlreichen neuen Eindrücken, gewachsenem Selbstvertrauen und vielen neuen Freundschaften im Gepäck trat die Gruppe schließlich die Heimreise nach Wiesloch an. Die Vorfreude auf den Gegenbesuch im Mai ist bereits groß – dann heißt es: „Bienvenue“ in Deutschland. (ohg/red)