(JSG St. Leon/Reilingen - TSV Rot-Malsch 19:23)
...Atmosphäre war genug da, wenn man die Halle betrat.
Ein Dienstagabend, 80 Zuschauer, ein Derbyton im Raum, dieses besondere Kribbeln, das entsteht, wenn zwei Teams sich besser kennen, als ihnen lieb ist. Man spürte es… dieses Spiel wird nicht über Schönheit entschieden, sondern über Haltung.
...Startphase war mutig und zielstrebig.
Die JSG-Jungs fanden gut rein, setzten Tempo, suchten kluge Lösungen und erspielten sich bis zum 8:6 ein starkes Momentum. Es war ein Derby, wie man es liebt: eng, hart, laut und voller Energie.
...Knackpunkt war ein kurzer Bruch im eigenen Spiel.
Plötzlich schlichen sich unsaubere Abschlüsse ein, dazu drei Aluminiumtreffer und mehrere Würfe, denen die letzte Durchsetzungskraft fehlte. Rot/Malsch nutzte diese Phase ohne Kreativfeuerwerk, aber mit ihrer typischen Routine, und drehte das Spiel zur 11:13-Pausenführung.
...Analyse zeigt, dass unser Offensivmuster diesmal nicht durchkam.
Die Abläufe waren da, die Räume entstanden, doch im entscheidenden Moment fehlte häufig der klare Abschluss.
Drei Alu-Treffer, zu wenig Wucht im Wurf, zu wenig Konsequenz im Angriff. Genau dort verlor die JSG die Tore, die man sich eigentlich sauber erspielt hatte.
...Gegner wirkte effizient, aber keineswegs unantastbar.
Rot/Malsch blieb bei ihrem typischen Stil: körperlich, kompakt, und in manchen Szenen auch glücklich, dass nicht alles geahndet wurde.
Und zwischendurch konnte man den Eindruck gewinnen, dass Rot/Malsch den Spielverlauf als angenehm „umkämpft“ empfand, auch, weil die 2-Minuten-Verteilung eher auf unserer Seite lag. Entscheidend aber war schlicht unsere Wurfquote, nicht der Gegner.
...Aufholjagd begann, als die Abwehr endlich stabil stand.
Plötzlich griffen die Absprachen, die Beine waren wacher, die Hände schneller, und unser Torwart setzte mit starken Paraden und Reflexen genau die Akzente, die ein Derby kippen können.
Die Halle wurde lauter, die Bank lebendiger, und über das 16:18 zum 17:18 war die Partie wieder vollkommen offen.
...Entscheidend war dann der fehlende letzte Punch.
Ein Ballgewinn, ein abgewehrtes eins gegen eins, ein Durchbruch, irgendein Moment hätte gereicht, um das Spiel komplett zu drehen. Doch unser Nachbar verteidigte diesen Vorsprung mit Routine, und uns fehlte im Angriff der letzte klare Moment, der aus einer guten Phase eine entscheidende gemacht hätte.
...Fazit fällt ehrlicher aus als das Ergebnis.
Die 19:23-Niederlage spiegelt nicht die echte Spannung des Spiels wider.
Die Mannschaft hat gekämpft, sich trotz Rückschlägen wieder aufgerichtet und sich ins Spiel zurück gebissen.
Die Wurfquote, nicht der Gegner, war der Kern der Niederlage. Aber es steckt genug Qualität, genug Energie und genug Charakter im Team, um genau daraus zu wachsen.
Und im Rückspiel auswärts wird es erneut ein Derby, mit der Chance, die Geschichte anders zu schreiben. Weiterhin bleibt die Bilanz mit bisher 4 Siegen und einer Niederlage aber spitze.
Es spielten: Julian Goldbach (9), Tristan Dohn (3), Jan Lukas Ripka (2), Lukas Walkowiak (2), Raphael Ball (1), Maximilian Gaub (1), Nils Götzmann (1), Yannick Fey, Felix Kimmig, Simon Schirmer

