Am Mittwoch, den 10. Juni 2026, qualmte der Kamin des Backhauses wieder kräftig. Die Unterböhringer Landfrauen Martina Wagner, Conny Lang und Cornelia Ferk hatten Besuch von Bewohnerinnen und Bewohnern des „Haus der Mitte“, einer Arbeits- und Lebensgemeinschaft aus Bad Boll.
Unter dem Motto „Traditionelles Handwerk hautnah erleben“ wurde gemeinsam gebacken und viel Wissenswertes rund um das traditionelle Backen im Holzbackofen vermittelt. Auf dem Programm standen die klassischen Blätzle mit geschmolzener Butter, Salz und Kümmel ebenso wie moderne Blätzle mit verschiedenen Belägen.
Zum Auftakt wurden gemeinsam Handblätzle gezogen, auf der vorderen Platte gebacken und anschließend direkt verkostet. Danach wurde die Steinplatte im Holzofen mit dem Reisigbesen gekehrt, der Hudel kam zum Einsatz und die Gäste erhielten eine Einführung in die einzelnen Arbeitsschritte des Blätzlesbackens.
Anschließend begann die eigentliche Blätzlesproduktion. Alle, die sich daran versuchen wollten, durften selbst Blätzle ziehen. Tatkräftige Unterstützung gab es auch beim reinlegen in den Ofen. Beim Herausnehmen kamen schließlich die „Fangschürzen“ zum Einsatz. Nach dem Backen der Blätzle wurde die Glut nach vorne gezogen, damit die Steinplatten erneut aufgeheizt werden konnten. Währenddessen blieb viel Zeit für Gespräche und einen regen Austausch zwischen den Gästen und den Landfrauen. Da die Besucher selbst in einer Backstube arbeiten, gingen die Gesprächsthemen nicht aus. So erfuhren wir viel über die Abläufe in ihrer Backstube und erhielten interessante Einblicke in die verschiedenen Bereiche des „Haus der Mitte“.
Sobald der Ofen die richtige Temperatur erreicht hatte, wurden 36 Brote in zwei verschiedenen Sorten eingeschossen, die nun etwa eine Stunde Backzeit vor sich hatten. Währenddessen entstanden aus süßem Hefeteig ein Zwetschgen- und Reneklodenplatz mit Streuseln sowie lockere Hefe-Rosinenbrötchen.
Als die frisch gebackenen Brote duftend aus dem Ofen kamen, war die süße Nachspeise zum Backen an der Reihe. Obwohl die herzhaften Blätze die meisten bereits satt gemacht hatten, passte ein Stück Kuchen natürlich noch hinein. Alles, was nicht direkt verzehrt wurde, wurde anschließend unter den Teilnehmerinnen und Teilnehmern aufgeteilt.
Es war ein wunderschöner Nachmittag voller neuer Begegnungen, leckerer Backwaren und interessanter Gespräche. Die Unterböhringer Landfrauen haben sich sehr über den Besuch der Bewohnerinnen, Bewohner und Betreuer des „Haus der Mitte“ gefreut und blicken auf ein rundum gelungenes Miteinander zurück.


