Vier Tage lang lockte der Wildbader Weihnachtsmarkt mit seinem stimmungsvollen Ambiente zahlreiche Besucher in den Königlichen Kurpark. Der Markt, der vom 11. bis zum 14. Dezember 2025 stattfand, präsentierte sich erneut als einer der zauberhaftesten in der Region. Bereits zum dritten Mal bildete der weihnachtlich illuminierte Trinkhallenplatz die Bühne für das vorweihnachtliche Treiben. In diesem Jahr wurde das Marktgebiet erstmals rund um die historische Englische Kirche und den Römischen Brunnen erweitert und zusätzlich stimmungsvoll beleuchtet.
Rund 10.000 Besucherinnen und Besucher schauten von Donnerstag bis Sonntag auf dem Weihnachtsmarkt vorbei, schätzt Stefanie Bott, Geschäftsführerin der Touristik Bad Wildbad GmbH. Gemeinsam mit Marktorganisatorin Julia Schneider zog sie am Sonntagnachmittag eine durchweg positive Bilanz. Insgesamt 34 Stände habe es gegeben, ergänzt Schneider. Vor allem das Wetter habe mitgespielt, was maßgeblich zur guten Stimmung beigetragen habe.
Das bunte Marktgeschehen wurde von sieben lokalen Vereinen, darunter die Skizunft Wildbad, der Förderverein Jugendhaus, der Schwarzwaldverein Oberes Enztal, der Fußballverein, die Traktorfreunde sowie kirchliche Gruppen, gestaltet. Hinzu kamen acht Gastronomen, 17 Kunsthandwerker und drei Schulklassen. Die Besucher konnten sich auf regionale Spezialitäten, handgefertigte Geschenkideen und kulinarische Köstlichkeiten wie Langos, Krautschupfnudeln, Gyros, Currywurst, Flammkuchen oder Gulaschsuppe freuen. Damit bot der Markt eine nochmals größere Vielfalt als in den Vorjahren.
Ein besonderer Anziehungspunkt war erneut die Eisstockbahn, die nach dem großen Erfolg im Vorjahr wieder aufgebaut wurde und online über die Homepage der Stadt reserviert werden konnte. Für die jüngsten Gäste drehte ein Karussell seine Runden, ergänzt durch eine lebensgroße Holzkrippe, die viele Familien anzog.
Die Eröffnung am Donnerstag, dem 11. Dezember, um 17 Uhr am Musikpavillon war ein voller Erfolg. Die fünften Klassen des Schulchors des Enztal-Gymnasiums sorgten mit zwei Liedern für einen festlichen Auftakt – ein Programmpunkt, der bei den Besuchern besonders gut ankam. Bürgermeister Marco Gauger und Stefanie Bott trugen zur Freude des Publikums ein selbst verfasstes Gedicht vor. Die jungen Sängerinnen und Sänger wurden anschließend mit Mandarinen und Süßigkeiten belohnt.
Auch an der Englischen Kirche lud der Liederkranz Calmbach zum gemeinsamen Singen ein. Dieses offene Mitsingangebot sei sehr gut angenommen worden, berichtete Bott. Musik sei allerdings ein sensibles Thema auf Weihnachtsmärkten: Zwar habe die Gema die Gebühren für Weihnachtsmärkte kürzlich gesenkt, doch für das Bad Wildbader Event kam diese Entscheidung zu spät. Aufgrund der zuvor hohen Kosten habe man auf größere Musikauftritte verzichtet. Über Lautsprecher erklang daher ausschließlich lizenzfreie Musik, wie Schneider erklärte.
Ein Spaziergang über den Markt war ein Erlebnis für alle Sinne. Unter dem warmen Schein von roten und gelben Lampions sowie über 600 Leuchtsternen, die über den Wegen im Kurpark hängen und dort noch bis Mitte Februar zu sehen sein werden, herrschte ausgelassenes Treiben. Die Erweiterung des Areals rund um die Englische Kirche sorgte nicht nur für mehr Platz, sondern auch für neue Blickachsen. „Da war bisher einfach eine schwarze Wand“, sagte Schneider. Nun sei der Bereich mit Strahlern hell erleuchtet und lade dazu ein, den gesamten Kurpark zu erkunden.
Das Foyer des Kurtheaters verwandelte sich in eine Schatzkammer kunsthandwerklicher Arbeiten. Gabriele Helbig und Barbara Stahl von der Rehmühle präsentierten erstmals Gefilztes, Genähtes, Upgecyceltes sowie Porzellanmalerei. Patricia Hörth aus Ispringen beeindruckte zum zweiten Mal mit filigranen Sägearbeiten aus Aluminium, kombiniert mit Wurzeln und Steinen. Nachhaltige Kreationen bot Stefanie Maier aus Tiefenbronn an, darunter Patchwork, Upcycling-Produkte, gehäkelte Arbeiten und kreative Karten. Die Schwestern Ingrid Schneider und Gaby Hillmer aus Christophshof waren mit ihren gefilzten und gehäkelten Werken bereits vielfach vertreten. Eine feste Größe des Marktes war erneut Karin Knöller mit ihren Schokoladenverpackungen und originellen Christbaumkugeln. Eine Premiere feierte Doreen Roblick aus Bad Wildbad mit Produkten aus Gips, Beton und Epoxid-Harz.
Attraktionen wie die Alpakas von „Heidis Alpakaparadies“ am Samstag oder die Kettensägenvorführung von Andreas Drost beim Foxy Bräu sorgten für zusätzliche Highlights. Kirchliche und musikalische Beiträge – etwa ein ökumenischer Gottesdienst am Sonntag – unterstrichen die enge Verbindung des Marktes zur Stadtgesellschaft.
Neben der Atmosphäre spielte auch die Sicherheit eine zentrale Rolle. In Zeiten, in denen Weihnachtsmärkte immer wieder Ziel von Anschlägen geworden sind, sei der organisatorische Aufwand deutlich gestiegen, erklärte Bott. Im Vorfeld habe man sich eng mit Ordnungsamt, Feuerwehr und Landratsamt abgestimmt. Zusätzlich waren Security-Kräfte im Einsatz. Poller an den Eingängen des Kurparks verhinderten die Zufahrt von Fahrzeugen, Anlieferungen durften nur außerhalb der Öffnungszeiten erfolgen. „Wir wollen maximale Sicherheit und gleichzeitig eine gute Zeit bieten“, betonte Bott. Auch Nachhaltigkeit wurde großgeschrieben: Mehrweggeschirr, einheitliche Glühweintassen, konsequente Mülltrennung und stromsparende LED-Beleuchtung waren verpflichtend für alle Beschicker.
Für Stefanie Bott, die Geschäftsführerin der Touristik Bad Wildbad, war einer der schönsten Momente, als die Lichter im Kurpark zum ersten Mal angingen: „Dann spürt man, wie viel Herzblut und Teamarbeit in diesem Markt steckt – und dass sich all die Mühe gelohnt hat.“ (mm)