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Serie Freiwasser (Teil 7)

Badesaison am Weingartener See

Die hohen Temperaturen locken viele Besucher ins kühle Nass. Auch am Weingartener See hat die Badesaison begonnen.
Eis für alle: Nele, Lola, Elin, Fanny und Miro freuen sich über die schmackhafte Abkühlung.Foto: Vera Wellmer

Es lockt der See. Nach langer Karenzzeit treffen Feiertag und Temperaturhoch aufeinander: Zu Pfingsten erreicht die Hitze ihren Zenit und so wie die Thermometersäule steigt, ziehen die Besucher nach.

Der morgendliche Treff der Wildgänse und Bachstelzen wird verdrängt durch Grüppchen, die ihr Outdoor-Wohnzimmer aufbauen und mit Vorräten bestücken, die bis in den Abend reichen.

Die Anlieferung von schweren Bierkästen oder aufblasbaren Seeungetümen mit dem Auto hat ihren Preis: Ein neues Tarifsystem, bei dem jedes einfahrende Kennzeichen erfasst wird, regelt die Parkgebühren, wobei der menschliche Wächter im Pförtnerhäuschen spätestens bei Lektüre der Anleitungsschilder vermisst wird. Der Stellplatz am See kostet bei einem Aufenthalt von mehr als 30 Minuten 10 Euro, darunter ist das Parken kostenfrei. Die neue Regelung ist am 1. Mai in Kraft getreten, was so manch einen Badegast am Feiertag mit Strandwetter die Stimmung getrübt hat.

Der Weg ist holprig

Wer dagegen mit dem Rad unterwegs ist, sorgt sich um empfindliche Rennreifen, bei Umleitung über einen Weg mit scharfkantigen Schottersteinen, der provisorisch für Baustellenfahrzeuge eingerichtet wurde: Die Erweiterung des Gewerbegebiets Sandfeld schreitet voran.

Der See im Wandel

Der See ist aufgeteilt; auch Wildgänse, Blesshühner und Bachstelzen haben ihren Bereich. Lässt man den Blick – beim ersten Strand beginnend – im Uhrzeigersinn schweifen, sieht man zuerst Schilf und Pampasgras. Der abgezäunte Bereich der DLRG ist nicht einsehbar, der zweite Strand verschwindet dahinter. Erst die nach vorne gezogene Abbaumulde erschließt sich dem Blick, wo früher der dritte Strand lag. „Hier ist eine neue Liegefläche bereits angelegt, die aber erst nach Ende des Abbauabschnitts als Strand in Betrieb genommen werden kann“, verrät Gabi Dittert aus dem Rathaus.

Das Förderband strukturiert als Querachse auf Viertelvordrei. Das Auge wandert weiter über den dahinterliegenden Wald. Große Teile des Ufers sind bewachsen. In kleinen Lücken am jenseitig bewaldeten Ufer verstecken sich Paare, um nicht erwischt zu werden beim Liebesspiel. In der Ferne wird Sankt Michael sichtbar, Entspannung stellt sich ein. Zurück am Ufer folgen die Sandberge und der Förderturm, welcher den rechten Abschluss des Förderbandes bildet. Zwischen Förderanlage und Schutzgebiet bettet sich der gepflegte Fischerstrand ein. Nachkommend befindet sich leicht versteckt der geschützte Zwischenraum, welcher den Wasservögeln als Nistplatz zur Verfügung steht. Nun ist das Auge wieder angekommen, beim Kletterbaum, der am rechten Uferabschluss des ersten Strandes steht.

Hier wurde jüngst neuer, sauberer feinkörniger Sand aufgeschüttet, bis in die ersten Meter in den See hinein.

Welche Maßnahmen dienen der Sauberkeit?

Aus dem Rathaus heißt es: „Unsere Mitarbeiter des Bauhofs reinigen in der Hauptzeit und bei schönem Wetter täglich den Baggersee: Mülleimer, Grillstellen etc. In der Winterzeit und bei lang anhaltendem Schlechtwetter wird einmal in der Woche rund um den Baggersee gereinigt.

Welche Maßnahmen dienen der Sicherheit?

„Wie in jedem Jahr wurde ein Sicherheitsdienst für die Badesaison 2026 (Beginn 16.05., Ende voraussichtlich 30.09.) beauftragt. Außerdem leistet der Gemeindevollzugsdienst für den Bedarfsfall an den Wochenenden Rufbereitschaft.“

Zusätzlich führt die DLRG an den Wochenenden und Ferien Wachdienste durch. Für die Sicherung des Betriebsgeländes der MIineralix ist der Betreiber selbst verantwortlich.

Freiwasser für alle

Der Ausflug an den See entlohnt. Übermütige Jugendliche rennen ungebremst ins Wasser, Kinder bauen mit Schlick. Unter den Stammgästen befinden sich naturverbundene Schwimmer, die sich weder von noch kühlem Wasser, noch von ein paar Viechern darin abschrecken lassen. Im nächsten Teil wird es unter anderem um die seetypische Flora und Fauna gehen. (we)

Erscheinung
Weingartener Woche
Ausgabe 22/2026
von Redaktion NUSSBAUMRedaktion NUSSBAUM
26.05.2026
Orte
Weingarten (Baden)
Kategorien
Panorama