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Bau einer Grundschule im Dorf Nginu in der Diözese Miao / Nordost-Indien

Bildung ist ein grundlegendes Menschenrecht, aber die Qualität der Bildung in Indien variiert stark: Während Privatschulen gute Ausbildung bieten, sind...
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Bisherige HüttenFoto: Verein

Bildung ist ein grundlegendes Menschenrecht, aber die Qualität der Bildung in Indien variiert stark: Während Privatschulen gute Ausbildung bieten, sind staatliche Schulen oft überfüllt, schlecht ausgestattet und es fehlt an qualifizierten Lehrkräften. Studien zeigen, dass viele Kinder selbst nach mehreren Schuljahren grundlegende Lese- und Schreibfähigkeiten nicht beherrschen. In dieser schwierigen Situation setzt sich Bischof George Pallipparambil SDB mit seinem Team seit 2005 aktiv für benachteiligte Kinder und Jugendliche in der Diözese Miao im Nordosten Indiens ein. In acht schwer erreichbaren Bezirken betreibt die Diözese 35 Grund- und 13 weiterführende Schulen, ein Krankenhaus und mehrere Gesundheitszentren. Diese Einrichtungen genießen hohes Ansehen bei der lokalen Bevölkerung und leisten dort wichtige Bildungs- und Sozialarbeit, wo staatliche Unterstützung ausbleibt.

Der Bundesstaat Arunachal Pradesh im äußersten Nordosten Indiens zählt etwa 1,4 Millionen Einwohner. Seit der indischen Unabhängigkeit im Jahr 1947 ist er lediglich über einen schmalen Landkorridor mit dem übrigen Indien verbunden. Durch die abgelegene Lage und schwer zugängliches Terrain leben viele Menschen in isolierten Siedlungen und kleinen Bergdörfern. Die Infrastruktur ist kaum ausgebaut – Straßen, Schulen und medizinische Einrichtungen sind nur spärlich vorhanden. Auch staatliche Entwicklungsprogramme erreichen die Region oft nur unzureichend.

Traditionell betreiben die Menschen Wanderfeldbau (Brandrodung). Dabei wird Nahrung hauptsächlich für den Eigenbedarf angebaut, Überschüsse werden getauscht oder gehandelt. Diese Wirtschaftsform macht die Dörfer weitgehend autark, ist jedoch kaum entwicklungsfähig. Ergänzt wird die Landwirtschaft durch Forstwirtschaft, Bergbau und traditionelles Handwerk, etwa in Form von Holzschnitzereien, Korbwaren aus Bambus und Schilf sowie Webereiprodukten.

Projektstandort ist das Dorf Nginu im Distrikt Longding in der Diözese Miao. Die dort lebenden Menschen gehören zum Wancho-Stamm, sind überwiegend arm und weitgehend ohne Schulbildung. Angesichts des mangelhaften Bildungsangebots gründete Bischof George Pallipparambil SDB im Jahr 2022 eine kleine Schule in einem einfachen, temporären Gebäude. Für viele Familien eröffnete sich damit erstmals eine echte Bildungsperspektive. Die meisten Eltern selbst hatten nie die Möglichkeit, eine Schule zu besuchen, setzen sich aber nun entschlossen für die Bildung ihrer Kinder ein.

Im vergangenen Schuljahr besuchten 69 Kinder die Schule – von der Vorschule bis zur 2. Klasse. Zum neuen Schuljahr, das im Juni 2025 startet, ist die Anzahl der Schüler:innen bereits auf 130 angewachsen. Diese werden von zwei Ordensschwestern unterrichtet. Die Schule befindet sich in einem provisorischen Gebäude aus Bambuswänden mit einem Dach aus Blech. Es gibt eine hohe Nachfrage nach Schulplätzen, die das momentan verfügbare Angebot weit übersteigt. Nach dem Bau des neuen Schulgebäudes können bis zu 315 Kinder bis einschließlich Klasse 5 aufgenommen werden. Zur indirekten Zielgruppe gehören 503 Familien, die aktuell in Nginu wohnen. Geplant ist der Bau einer Grundschule mit 7 Klassenzimmern (Kindergarten, Vorschule, Klasse 1 bis Klasse 5), einem Büro, einem Raum für Lehrkräfte und einem getrennten Toilettenblock für Mädchen und Jungen. Das Grundstück wurde von der Dorfbevölkerung als lokale Eigenleistung zur Verfügung gestellt.

Die von Bischof George Pallipparambil gegründete Newman Educational Society (NES) engagiert sich für den Aufbau und die Leitung von Bildungseinrichtungen in der Diözese Miao. Ziel ist es, Kindern aus abgelegenen und benachteiligten Regionen den Zugang zu hochwertiger Grundbildung zu ermöglichen. Neue Schulen entstehen gezielt dort, wo es bislang keine Bildungsmöglichkeiten gibt – unabhängig von Religion oder ethnischer Zugehörigkeit. Der Unterricht erfolgt durch qualifizierte Lehrkräfte. Die Schulen werden in enger Zusammenarbeit mit der Dorfgemeinschaft geplant und umgesetzt. So fühlen sich Eltern als Mitverantwortliche und engagieren sich aktiv beim Bau, der Instandhaltung und dem Schulalltag. Dieses Modell stärkt die Identifikation der Familien mit der Schule und macht sie zu einem zentralen Ort für die Zukunft der Kinder. Ein symbolisches Schulgeld wird erhoben, wobei besonders arme Familien ausgenommen sind. Es dient der Deckung von Grundkosten wie Gehältern, Strom und Lernmaterialien.

Jede Schule verfügt über ein eigenes Team aus Schulleitung, Lehrkräften und Elternvertretern, das auch für das Wohl der Kinder verantwortlich ist. Der Vorstand der NES – darunter Bischof George selbst – besucht regelmäßig die Schulen, um die Einhaltung des Lehrplans und die Qualität der Betreuung sicherzustellen. Neue Schulen starten meist mit 50–100 Kindern und wachsen jährlich um eine Klasse. Größere Einrichtungen betreuen mittlerweile bis zu 500 Schülerinnen und Schüler. Aktuell betreibt die NES 48 Schulen.

Gerne sind wir auch bereit, Informationsveranstaltungen für Gruppen, Vereine und Organisationen durchzuführen, damit Sie Einblicke in unsere Arbeit bekommen. Kontakt erhalten Sie über unsere Homepage.

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(Matenaer)

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Ausgabe 13/2026
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