Zuvor hatte Alexander Glück vom Hochbauamt der Stadt dem Gremium die geplanten Maßnahmen vorgestellt und die Hintergründe der Baumaßnahme erläutert.
Die Grundschule Frauenweiler verzeichnet aufgrund der Schulbezirksänderung einen deutlichen Zuwachs durch das „Quartier am Bach“. Zudem wird die Schule künftig als Ganztagsschule geführt. Vor diesem Hintergrund sei es erforderlich, die Grundschule räumlich zu erweitern, so Glück. Perspektivisch sollen dort bis zu 200 Schülerinnen und Schüler unterrichtet werden.
Nach der aktuellen Planung bleibt das bestehende Schulgebäude erhalten und wird durch einen zweigeschossigen Neubau in Massivbauweise ergänzt. Das neue Gebäude soll acht zusätzliche Klassenzimmer aufnehmen und die vorhandenen Räume sinnvoll erweitern.
Darüber hinaus sind neue Sanitäranlagen, Sonderräume für den Musik- und Kunstunterricht sowie sogenannte Differenzierungsräume vorgesehen, die flexible Lernformen ermöglichen sollen.
Parallel dazu ist der Neubau einer Mehrzweckhalle geplant. Die bestehende Halle ist fast 60 Jahre alt und weist nach Angaben der Stadt erhebliche Wartungsrückstände auf. Zudem entspreche sie weder den heutigen Anforderungen des Schul- und Vereinssports noch aktuellen energetischen Standards. Die bestehende Halle soll daher abgebrochen und durch einen Neubau ersetzt werden.
Geplant ist eine Einfeldsporthalle in Holzbauweise, die sowohl für den Schulbetrieb als auch für den Vereinssport genutzt werden kann. Die Wahl der Holzbauweise ist Voraussetzung für eine Förderung aus dem Bundesprogramm „Sanierung kommunaler Einrichtungen in den Bereichen Sport, Jugend und Kultur“ (SJK).
An die neue Mehrzweckhalle werden eine Mensa, die Küche sowie die Haustechnik angegliedert. Zudem soll das Gebäude künftig auch als Notunterkunft dienen können. Aus diesem Grund ist die Installation eines Notstromgenerators vorgesehen. Wie die alte Halle erhält auch der Neubau eine Präsentationsfläche als Pendant zur bisherigen Bühne.
Beide Gebäude sollen vollständig mit Photovoltaikanlagen auf den Dächern ausgestattet werden. Auch die Lüftungsanlagen für Schule, Küche und Mensa sind dort vorgesehen.
Sowohl Schulneubau als auch Halle werden über eine Wärmepumpe beheizt. Laut Glück solle diese ebenfalls auf dem Dach ihren Platz finden, gegebenenfalls mit einer entsprechenden Abschirmung gegen Lärm.
Das anfallende Regenwasser soll von den Dachflächen in das nahegelegene Bottloch geleitet werden. Eine konkrete technische Lösung dafür stehe allerdings noch aus, betonte Glück.
Für den Neubau der Mehrzweckhalle liegt bereits ein Fördermittelbescheid aus dem Bundesprogramm SJK vor. Die Fördersumme beläuft sich auf 2,8 Millionen Euro. Für den Ganztagsausbau, insbesondere die Mensa, sowie für die Schulbauförderung befinden sich die entsprechenden Anträge derzeit noch in Vorbereitung.
Entgegen früherer Planungen sollen Schulneubau und Mehrzweckhalle nach den Ausführungen von Glück parallel stattfinden. Dadurch könnte die Bauzeit von veranschlagten dreieinhalb Jahren auf zwei Jahre reduziert werden. Das zeitgleiche Bauen ermöglicht es zudem, zwei Gewerke auf eines zu reduzieren, was wiederum die Kosten um bis zu 1,5 Millionen Euro verringern könnte.
Während der Bauzeit wird die Baustelle deutlich von den Zugängen zur Schule getrennt. Damit sollen sichere Wege zur Schule geschaffen werden, die frei von jeglichem Baustellenverkehr sind.
Noch nicht abschließend geklärt ist die Frage der Umkleiden und Duschen für die Zeit der Baumaßnahmen. Ob es zu Interimseinrichtungen komme, stehe aktuell noch nicht fest. Schon jetzt sei aber klar, betonte Glück, dass die zweijährige Bauzeit gerade für die Vereine eine große Herausforderung und Zumutung bedeuten werde.
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