Als Mama am Montagabend ihren Koffer packte, ahnte ich noch nicht, dass ich am nächsten Morgen in ihrer Handtasche landen und Teil einer Studienfahrt nach Leipzig und Dresden werden würde. Die Fahrt mit dem Geschichte-Leistungskurs vom 24. bis 27. März 2026 beschäftigte sich mit dem Zweiten Weltkrieg, der DDR-Diktatur, der friedlichen Revolution von 1989, sowie der Erinnerungskultur. Am Bahnhof wurde ich nach einigen neugierigen Blicken zum Kurskuscheltier ernannt. Für ein Capybara, bekannt für seine entspannte und soziale Art, war das ein gelungener Karrierestart.
Schon in Leipzig wurde schnell klar: Diese Fahrt ist keine gewöhnliche. In der „Runden Ecke“, der ehemaligen Stasi Zentrale, standen wir plötzlich an genau den Orten, an denen Überwachung organisiert wurde. Es war dieser Moment, in dem selbst ich als gelassener Nager merkte: Das hier ist nicht einfach nur Unterricht. Das ist Realität. Geschichte ist hier passiert – und zwar gar nicht so lange her. Natürlich wurden auch fleißig Fotos gemacht. Ich kann mit Sicherheit sagen, dass ich mittlerweile mehr historische Orte gesehen habe als so mancher Mensch und auf fast jedem Gruppenbild vertreten bin. Capybaras gelten als äußerst gesellige Tiere, und ich war immer mittendrin, nie allein.
Ein besonders prägender Teil waren die Zeitzeugengespräche. Plötzlich hatten die Ereignisse Namen, Gesichter und Emotionen. Man hörte nicht nur zu, man fühlte mit und erfuhr, wie diese historischen Ereignisse aus persönlicher Sicht erlebt wurden. Genau das machte Geschichte greifbar, weil man sich bewusst wurde, dass echte Schicksale und Biografien diese Zeit geprägt haben. Besonders mochte ich Frau Hollitzer, und sie mich am Ende wohl auch, denn sie machte sogar ein Foto mit mir. Ich war stolz und überglücklich. Selbst wenn das Mädchenzimmer morgens wieder etwas zu spät kam oder noch müde wirkte, war die Aufmerksamkeit da, das Interesse auch. Nur nächstes Mal benutzt ihr mich bitte nicht als Ausrede, ich habe immer auf euch gewartet, nicht andersherum.
[…]
Neben einer beeindruckenden Fotosammlung nehme ich als Capybara und Kurskuscheltier vor allem die Erkenntnis mit: Es ist wichtig, Geschichte zu erleben, um sie zu verstehen, und manchmal hilft es dabei, ein entspanntes, neugieriges Nagetier an seiner Seite zu haben. (Helena Kouros, JS1)
Wenn Sie erfahren wollen, was das Capybara „Bebe“ auf der Geschichtsexkursion noch so alles erlebt und gesehen hat, lesen Sie den ganzen Bericht auf www.pmhg.de unter „Aktuelles“.

