Am 23. Mai erschien gegen 5 Uhr morgens ein Uhu am Turmfalkenkasten. Mit dabei hatte er eine stattliche Ratte, die er direkt auf der Lamelle am Kasteneingang ablegte. Bereits in der Vergangenheit konnten wir beobachten, dass der Uhu dort gelegentlich Beute für später zwischenlagerte. Doch diesmal hatte er die Rechnung ohne die Turmfalken gemacht. Als es hell wurde, kehrten die adulten Turmfalken zurück. Im Vergleich zu ihren üblichen Beutestücken wirkte die Ratte geradezu gigantisch. Die Altvögel waren sichtlich irritiert und anfangs sogar etwas eingeschüchtert – schließlich lag dort ein wahrer Brocken vor ihrer Haustür. Nach einigem Zögern und Begutachten wurde die Beute durch das Turmfalkenweibchen schließlich mit erheblichem Kraftaufwand in den Kasten gezerrt und verfüttert. Die Nestlinge dürften sich über diese unerwartete Futterlieferung gefreut haben.
Für den Uhu lief die Sache weniger erfreulich. Gegen 23 Uhr erschien er erneut am Kasten, offenbar um seine am Morgen deponierte Beute abzuholen. Doch die war längst verschwunden. Der überraschte Blick des Uhus sprach Bände – offenbar konnte er sich den Verbleib seiner Ratte nicht so recht erklären. Vielleicht ahnte er jedoch, dass der Lagerplatz inzwischen bewohnt war, denn vor seinem Abflug widmete er dem Kasteneingang noch besondere Aufmerksamkeit. Ins Innere gelangte er allerdings nicht. Zum Glück, denn sonst hätten die Küken womöglich selbst auf seinem Speiseplan gestanden.
Die Aufnahmen des Uhus sind jedes Mal beeindruckend. Die Jagd muss äußerst anstrengend gewesen sein: Zur besseren Kühlung hechelte der Vogel und spreizte die Flügel – ein eindrucksvolles Zeichen der körperlichen Anstrengung nach erfolgreicher Beutejagd.
Auf den Aufnahmen ist auch zu erkennen, dass der Uhu beringt ist. Zu erkennen sind die Ziffern A0731. Der Ring stammt allerdings nicht von den Vogelwarten.
Die beiden Videoaufnahmen finden Sie auf unserer Homepage unter dossenheim.bund.net/
Die vier geschlüpften Turmfalken entwickeln sich indes weiter gut.
Wir laden am 13. Juni 2026 um 21:00 Uhr herzlich zur Exkursion „Nachtaktiv – Die faszinierende Lebensweise der Fledermäuse“ am Ölberg ein. Im Fokus stehen die Fledermäuse sowie ihre Lebens- und Jagdweisen, die unser wissenschaftlicher Beirat Gunnar Hanebeck den Interessierten näherbringen wird. Dabei vermittelt er wissenswerte Fakten und Erstaunliches über das faszinierende Verhalten der unterschiedlichen Fledermausarten.
Die Teilnehmenden erfahren unter anderem, dass Fledermäuse mit über 1.400 Arten zu den artenreichsten Säugetierordnungen der Welt gehören und die einzigen Säugetiere sind, die aktiv fliegen können. Auch ihre außergewöhnliche Lebensweise und Fortpflanzungsbiologie machen sie zu faszinierenden Tieren, deren Schutz eine besondere Bedeutung zukommt.
Mithilfe von Bat-Detektoren können Laute hörbar gemacht werden, die normalerweise für das menschliche Gehör nicht wahrnehmbar sind. So erhalten die Teilnehmenden spannende Einblicke in die nächtliche Welt dieser besonderen Tiere und können Fledermäuse einmal aus nächster Nähe erleben.
Die Exkursion richtet sich an Naturinteressierte jeden Alters. Festes Schuhwerk sowie wetterangepasste Kleidung werden empfohlen. Taschenlampen können gerne mitgebracht werden. Treffpunkt ist der Schauenburgparkplatz. Anmeldung unter: m.ziara@web.de
Patricia Reister


