
Mit den ersten warmen Tagen beginnt der Wald wieder zu erwachen. Die Kinder unseres Waldkindergartens nehmen diese Veränderungen mit allen Sinnen wahr. Besonders aufmerksam lauschen sie derzeit den Stimmen der Vögel, die nun wieder häufiger im Wald zu hören sind.
Dieses Interesse griffen wir im Morgenkreis auf und tauchten gemeinsam mit den Kindern in die Welt dieses beeindruckenden Greifvogels ein. Unterstützt wurden wir dabei von einem besonderen Anschauungsobjekt. Ein ehemaliger Förster stellte uns ein ausgestopftes Mäusebussard-Exemplar zur Verfügung. So konnten die Kinder den Vogel einmal aus nächster Nähe betrachten, seine Größe wahrnehmen und besondere Merkmale entdecken.
Spielerisch erfuhren die Kinder, dass jetzt im Frühling die Paarungszeit der Mäusebussarde beginnt. Gemeinsam überlegten wir, wo die Vögel ihre Nester bauen und wie sie ihre Jungen aufziehen. Besonders begeistert waren die Kinder davon, selbst aktiv zu werden. Mit Ästen, Zweigen und anderen Naturmaterialien bauten sie im Wald eigene Bussardnester nach und versuchten herauszufinden, wie stabil ein Nest sein muss.
Auch das Thema Nahrung wurde lebendig besprochen. Die Kinder erfuhren, dass Mäusebussarde vor allem Mäuse und kleine Tiere fressen und damit eine wichtige Rolle im natürlichen Gleichgewicht des Waldes spielen. Ebenso staunten sie darüber, dass ein Bussard meist zwei bis drei Eier legt, aus denen später die Jungvögel schlüpfen.
Das Schönste war jedoch, das Gelernte direkt draußen wiederzuerkennen. Immer wieder hielten die Kinder inne, lauschten aufmerksam in den Wald hinein und entdeckten den Mäusebussard hoch oben am Himmel. Wenn dann sein charakteristischer Ruf durch die Bäume hallte, wussten viele sofort. Das ist der Bussard.
So wird der Wald für unsere Kinder zu einem lebendigen Lernraum. Durch Beobachten, Fragenstellen, gemeinsames Entdecken und eigenes Ausprobieren entsteht Wissen ganz natürlich mitten in der Natur und mit allen Sinnen.


