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Begeisterung ist ansteckend …

Es war die 2. Beprobung des Maisgrabens, unsere „kleine“ Besucherin vom letzten Mal stand morgens da, voller Tatendrang und konnte kaum abwarten,...
FeinbestimmungFoto: C. Berg

Es war die 2. Beprobung des Maisgrabens, unsere „kleine“ Besucherin vom letzten Mal stand morgens da, voller Tatendrang und konnte kaum abwarten, wieder einen festen Platz beim Vorsortieren der Proben einzunehmen. Doch dann, als nachmittags Besucher kamen, explodierte ihre Begeisterung für diese Arbeit förmlich: einer gleichaltrigen Jugendlichen (offenbar kannten die beiden sich schon) zeigte sie alles und überschüttete sie fast mit all den vielen faszinierenden Informationen, hier ein Blick durch das Binokular, dort ein Blick in die Gläser mit einigen gesammelten Larven, und dann hier mit Pipette diese Larve – und schon standen da zwei Jugendliche mit strahlenden Augen und sprühender Begeisterung …

Doch halt – worum ging es hier eigentlich? Wie gesagt, es war die Untersuchung eines Abschnittes unseres Maisgrabens. Ein Abschnitt, an dem vor einigen Jahren einige Renaturierungsmaßnahmen durchgeführt worden waren und wir – die Renningen-Malmsheimer Gruppe aus NABU und 1. ACR – wollten nach wissenschaftlichen Kriterien im Rahmen eines bundesweiten Citizen Science Projektes diesen Abschnitt am 9. Mai untersuchen.

Wir waren alle sehr gespannt, was uns an diesem Tag an genau diesem Abschnitt unseres kleinen Fließgewässers erwarten wird.

Die Randbedingungen waren großartig – wunderbares Frühlingswetter, Sonnenschein und schon konnte gleich das erste Team, das die Proben aus dem Bach nehmen sollte, starten.

Die Probenentnahme ist genau definiert: wie viele Proben, an welchen Stellen, mit welchen „Werkzeugen“ und exakt, wie die Probenentnahme durchgeführt wird. Das alles wurde vorher in einer Gewässerstrukturuntersuchung sorgfältig vorbereitet und das Team in Wathosen wurde von einem Teammitglied am Ufer durch die unterschiedlichen Passagen begleitet und unterstützt. Wir wussten schon, dass man bei schlickreichem Untergrund tief einsinken kann, so bis zu ca. 40 cm. Aber hier an einer Stelle öffnete sich der Untergrund im Bach förmlich und ein Teammitglied versank mit einem Bein fast 60-70 cm tief im Schlamm. Nach dem ersten Schreck – gar nicht so einfach, aus so einer schlammigen „Umarmung“ wieder freizukommen. Und glücklicherweise war das nur an einer Stelle. Die nächste Herausforderung war die 20 Proben in Eimer zu geben und dem am Ufer stehenden Teammitglied zu übergeben – und das bei einer ziemlich steilen Böschung und teilweise gar nicht zugänglichem Bachzugang. Aber es gab viele helfende Hände, so dass all die vielen Probeneimer ihren Weg durch die unterschiedlichen Stationen machen konnten (beschrieben in unserem Artikel vom April).

Am frühen Nachmittag war das Team der Vorsortierer bereits fertig: dieser Teil des Maisgrabens hatte zwar viel Sand, Erde, Lehm am Gewässerboden, doch relativ wenig Schlick – „relativ“ verglichen an dem äußerst schlickhaltigen Gewässergrund unserer Beprobung im April.

Die Lebewesen in einigermaßen klarem Wasser ausfindig zu machen ist natürlich viel einfacher als in einer wirklich schlammigen „Suppe“ (wie vor ca. 3 Wochen). Und so konnte sich ein Teil um die Besucher kümmern, die ab 14 Uhr kamen oder unterstützten die Feinbestimmer, die die gefundenen Tierchen bis auf Familien- oder sogar Artniveau genau bestimmten. Eine sehr diffizile Arbeit, die die kleinsten Unterschiede bei den gefundenen Larven wahrnehmen und klassifizieren muss – so waren wir natürlich auch sehr dankbar für die Unterstützung durch den Makrozoobenthos-Experten Max Belz.

Gegen 17 Uhr waren dann alle Arbeiten abgeschlossen und wir konnten im wahrsten Sinne des Wortes unsere Zelte abbrechen – glücklich und schon auch ein bisschen erschöpft. UND – wir sind selbstverständlich alle sehr gespannt, wie nach dem Auswertungsprozess die Ergebnisse aussehen. Über die wir Sie hier gerne informieren.

Weitere Fotos finden Sie auch auf unserer Homepage unter www.NABU-Renningen.de/Aktuelles/. gb

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Stadtnachrichten – Amtsblatt der Stadt Renningen
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Ausgabe 21/2026
Dieser Inhalt wurde von Nussbaum Medien weder erfasst noch geprüft. Bei Beschwerden oder Anmerkungen wenden Sie sich bitte an den zuvor genannten Erfasser.
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