
Dies war auch der Kombination mit dem Ehrenabend geschuldet, denn nicht nur die Sportlerinnen und Sportler kamen oft in Mannschaftsstärke.
„Mit Ihrer Teilnahme drücken Sie die Verbundenheit mit unserem Kurort aus“, freute sich Bürgermeister Klaus Detlev Huge über das volle Haus. Betont kurz fiel der kommunalpolitische Teil seiner Ansprache aus.
Mit inzwischen 14.113 Einwohnern hält das stetige Wachstum als Konstante in nunmehr 55 Jahren Ortsgeschichte an. 92 Babys wurden geboren (übrigens genauso viele in Mingolsheim wie in Langenbrücken) und 143 Einwohner sind verstorben. 1.243 Neubürger zogen zu, während 1.207 wegzogen, 106 Paare schlossen den Bund der Ehe. Die Sanierung der Schönbornhalle im laufenden Betrieb geht ihrem Finale zu. Mit der Erwartung einer Genehmigung als Versammlungsstätte im März wandte er sich direkt an den ersten Landesbeamten Knut Bühler im Publikum. Als weitere Projekte nannte er den Rathausumbau in Langenbrücken als zukünftigen Sitz der Musikschule und der Mensa der Grundschule, während man für die Ortskernsanierung in Mingolsheim noch auf einen positiven Förderbescheid hoffe. Wie seine Amtskollegen beklagte auch er an dieser Stelle den mangelnden Handlungsspielraum aufgrund der miserablen Finanzausstattung durch Bund und Land.
Im wesentlich größeren Teil seiner Rede befasste er sich mit dem Artikel eins des Grundgesetzes – die Würde des Menschen ist unantastbar, dessen Inhalt er vorher kurz abfragte. „Jede und jeder kann sich fragen, wie würdevoll er selbst behandelt werden möchte – und es anderen dann zukommen lassen – real wie digital“, sagte er. Die Würde des Menschen zu achten, sei für ihn die Basis für jedes friedliche Miteinander, und gegenüber „Intoleranz müssen wir intolerant sein“, mahnte er. Für ihn als Bürgermeister sei die Arbeit von dem Grundsatz geprägt, Benachteiligungen abzubauen und den Zusammenhalt zu stärken.
Gewohnt herzlich und natürlich auch auf Elsässisch überbrachte die Bürgermeisterin der Partnergemeinde Niederbronn-les-Bains, Anne Guillier, die Neujahrswünsche. Auch sie sehe beim Rückblick auf 2025 turbulente Zeiten, Krisen und Kriege, es sei aber auch Gelegenheit gewesen, 25 Jahre Freundschaft und Verbundenheit aller Partnergemeinden zu feiern, und schloss Kiskunmajsa mit ein. Schon jetzt lud sie zu den Feierlichkeiten im Juli ein, wenn Niederbronn das 100-jährige Jubiläum zur Anerkennung als Kurort feiert. Wasser sei das verbindende Element aller drei Partnergemeinden. „Ein Tropfen Wasser reicht aus, um eine Welt zu erschaffen“, zitierte sie den französischen Philosophen Gaston Bachelard. Ihr Wunsch sei, dass die Bürger aller Gemeinden wie Wassertropfen sind, die über alle Unterschiede hinweg zusammenfließen und eine unerschöpfliche Quelle des Lebens, der Brüderlichkeit, des Friedens und der Toleranz sind.
Mit der Wohnungsnot befasste sich der Gastredner, Professor Matthias Proske, Direktor des Verbandes Region Karlsruhe (VRK). Als Hauptproblem machte er aus, dass überversorgte Seniorenhaushalte beengt wohnenden Familien gegenüberstünden. Mit mehr als 25 Prozent Seniorenhaushalten, die über mehr als 100 Quadratmeter Wohnfläche verfügen, gehöre Bad Schönborn zu den Spitzenreitern aller 57 Gemeinden in der Region. Oft würde es jedoch gar nicht am Willen liegen, sich zu verkleinern, sondern am fehlenden Angebot in der gewünschten Lage. Zumal kleinere Wohnungen oft genauso teuer oder sogar teurer sind. „Wer heute einen Mietvertrag unterschreibt, wohnte tendenziell teurer und zudem beengter als diejenigen, die schon länger über einen verfügen“, so Proske. Die Wohneigentumsquote liege in Baden-Württemberg überdurchschnittlich hoch bei 48,5 Prozent – Tendenz sinkend. Mit einem interaktiven Spiel machte er Wohnraumsuchende aus und diese, die über diesen verfügen, und regte den Dialog an. Eine Aufgabe sei es, umzugswillige Senioren in ein adäquates Angebot zu bringen und nicht mit Einfamilienhäusern am Bedarf vorbeizuplanen.
Musikalisch begleitet wurde der Empfang von der fünfköpfigen Partyband Happy Hour mit zahlreichen Stücken wie „Sweet Caroline“ oder „Pin Up Girl.“ (cm)