
Um 7.15 Uhr war’s noch relativ „frisch“, aber der Himmel versprach Hugger-Wetter – und so kam es dann auch. 44 gut gelaunte Heuberger machten es sich im Villing-Bus gemütlich, wurden von Fahrer Peter humorvoll begrüßt und dann ging es sofort auf die B 27 in Richtung Landeshauptstadt.
Das Sektfrühstück ließ kaum Wünsche offen und fand reichlich Zuspruch. Mit Nachdruck wurde auch der letzte Käswecken noch an den Mann bzw. die Frau gebracht. Unser Frühstück war auf sportliche 30 Minuten beschränkt, weil das Verkehrsaufkommen um Stuttgart rum schlecht einzuschätzen ist und andererseits in Bad Cannstatt um 10.00 Uhr bereits Stadtführer Stefan Betsch auf uns Heuberger wartete.
Die 2-stündige Führung durch die Altstadt war ein Erlebnis und Stefan Betsch ein wandelndes Lexikon. Dank Stefan wissen wir jetzt, dass Bad Cannstatt der älteste und größte Stadtteil von Stuttgart, mit einem Ausländeranteil von 28,3 Prozent ist. Cannstatt verfügt über das zweitgrößte Mineralwasservorkommen Europas, hat 19 Mineralquellen, 11 davon sind Heilquellen und staatlich anerkannt. Einige der 28 Cannstatter Brunnen waren Teil unserer Führung und aus jedem sprudelte leckeres Trinkwasser. Die 19 Quellen liefern 500 Liter pro Sekunde, deshalb wird die Wilhelma komplett mit Mineralwasser versorgt. Davon können wir Wehinger und die Wasserversorgung Hohenberg im Moment nur träumen.
Gottlieb Daimler zog nach Bad Cannstatt, weil er Herzprobleme hatte und der Heilkraft dieser Quellen vertraute. Hier entwickelte er, zusammen mit Wilhelm Maybach, den Verbrennungsmotor und lenkte 1885 das erste Motorrad der Welt durch die Straßen von Bad Cannstatt. Unsere Führung endete im wunderschönen Kurpark, in dem sich im 19. Jahrhundert die feine Gesellschaft aus aller Welt traf und darin lustwandelte. Und nun, 2025, flanierten auch 44 Heuberger durch genau diesen Park zum Kursaal. Plätze waren reserviert und es erwartete uns eine „kleine, feine Speisekarte“. Dort trafen wir auch den Teil unserer Gruppe wieder, der in Bad Cannstatt „führerlos“ unterwegs war und Solebad, samt Park, auf eigene Faust erkunden wollte.
Gemeinsam stärkten wir uns für die Weiterfahrt zum Wahrzeichen von Stuttgart, dem Fernsehturm. 17 hatten „nur den Turm“ bestellt, 27 Neugierige nahmen an der 1-stündigen Führung in die Fundamente des Turms teil. Pünktlich um 14.15 Uhr erwartete uns Turmexperte Uli Stetter auf der Terrasse und dann ging’s über eine Treppe 8 m nach unten in das Ringfundament des Turms mit einem Durchmesser von 27 m. Beeindruckend – und auch hier Infos ohne Ende. Zum Beispiel, dass die Firmen Bosch und Daimler-Benz keine Werbung am Turm machen wollten, die Stadt Stuttgart als Investor absprang und nur das Grundstück in Erbbaurecht zur Verfügung stellte, die Baukosten damals insgesamt 4,2 Millionen Mark betrugen, der Turm pro Tag 2,5 m in die Höhe wuchs, in einer Rekordzeit von 20 Monaten fertig war und es in dieser Zeit „nur“ einen Unfall gab. Ein herabstürzendes Kabelteil traf damals einen Arbeiter und dieser war danach 5 Tage krankgeschrieben. Am 5. Februar 1956 wurde der Turm eröffnet.
Der Eintritt damals: 1,50 Mark für Erwachsene und 70 Pfennig für Kinder. Heute: 12,50 € für Große und 6,00 € für Kleine, also etwas teurer. Nach der Führung fuhren auch wir von unten nach ganz oben, trafen dort auf ganz viele bekannte Gesichter, ließen uns den Wind um die Nase wehen und genossen, vom Panorama-Café aus, die Sicht auf das Schwabenländle. Es war dunstig. Den Plettenberg konnten wir sehen, den Lemberg leider nicht. Uli meinte, der Lembergturm sei zu filigran und zugewachsen, um ihn vom Fernsehturm aus sehen zu können. 762 Stufen wären es nach unten gewesen. Deshalb zogen wir, ohne Ausnahme, die Abfahrt mittels Aufzug in 36 Sekunden vor. Obwohl einige Ausflügler Höhenangst hatten, waren alle 44 auf dem Turm. Respekt!!!
Um 16.30 Uhr kletterten wir, um viele Eindrücke reicher, wieder in unseren Bus, kauften unserem Fahrer noch ein paar „Löschzwerge“ ab und Moritz animierte die Reisenden ganz hinten im Bus mit seiner Harmonika zum Mitsingen. Alle waren sich einig, dass die Schwaben, egal ob reing’schmeckt oder von Geburt an, stolz auf ihre Heimat sein können. Der Ausflug 2025 endete direkt in der Wehinger Altstadt. Den Busfahrer hat’s gefreut und auch die Teilnehmer kamen zur Erkenntnis, dass ein Abschluss im Ort durchaus Vorteile hat. Man sitzt bei’nand, ißt mit‘nand, schwätzt dura’nand und jeder kann heim wenn er g’nuag hät.
Schön war’s!


