Im vorangegangenen Newsletter #20 vom 02.05.2025 hatten wir über die neue Entwicklung beim Windparkprojekt im Lußhardtwald berichtet.
Der neue Projektträger Qualitas Energy treibt das Projekt in reduziertem Umfang weiter.
In den letzten Wochen wurden die Ergebnisse der ersten Offenlegung des Regionalverbandes Karlsruhe „Vorrangflächen für Windparks“ veröffentlicht. Wie von uns angenommen und seit Jahren vertreten, ist der Lußhardtwald absolut ungeeignet für Vorhaben dieser Art. Die notwendigen Natur- und Artenschutzgutachten haben entsprechende Ergebnisse gezeigt. Ferner soll das Gebiet als Natura2000-Fläche erhalten bleiben. Die Regionalplanung wurde angepasst. Die Fläche ist damit für das weitere Verfahren aus der Planung genommen worden.
Der Planungsträger Regionalverband hat den Lußhardtwald also als ungeeignet für Windkraftvorhaben eingestuft.
Die große Freude darüber, dass nun kein Windpark entstehen würde, konnten wir nicht teilen. Nach 6 Jahren intensiver Arbeit haben wir zu oft die Erfahrung gemacht, dass in dem politisch forcierten Thema „Erneuerbare Energie“ vieles möglich ist, was unvorstellbar scheint.
Aus unseren guten Kontakten mit angrenzenden Gemeinden, Ämtern und Verbänden wissen wir, dass die Qualitas Energy am 30.06.2025 fristgerecht einen Antrag für den Bau von 3 Windrädern im Lußhardtwald gestellt hat. Das Unternehmen hat den Hauptsitz in Spanien sowie in Deutschland in Berlin und Hamburg. Qualitas Energy hat das Projekt 2023 von der Altus AG übernommen, die 2020 der Nachfolger der Wirsol GmbH war. Die Antragsfrist für ein vereinfachtes Verfahren ist mit Stichtag 30.06.2025 abgelaufen. Die Einreichung des Antrags wirkt fristwahrend für das vereinfachte Verfahren, wenn er auch nach unseren Informationen noch unvollständig ist. Das bedeutet: ausschließlich die Stadt Waghäusel auf deren Gemarkung gebaut werden soll, wird informiert und in die Planung einbezogen. Die Naturschutzverbände werden nicht involviert, wir als betroffene Gemeinde werden nicht einbezogen, es wird keine Informationsveranstaltung geben und der Naturschutz wird unter angepassten – verringerten – Anforderungen betrachtet. Aktuell stößt die Planung auf größtes Unverständnis in den Gemeinden. Die Stadt Waghäusel hat sich eindeutig gegen das Projekt ausgesprochen. Die Gemeinden Kronau und St. Leon-Rot sind nicht Teil des Verfahrens, sie werden weder gefragt noch informiert.
Trotzdem geht es jetzt um einen Windpark in einem ausgewiesenen Artenschutzgebiet, das laut Gutachten nicht geeignet ist und außerhalb der geplanten 2-%-Vorrangflächen liegt, die der Regionalverband voraussichtlich im Herbst 2025 offiziell festlegen wird.
Aufgrund der komplizierten Sachlage haben wir als BI einen Fachanwalt beauftragt, der uns rechtlich beraten wird.
Auch wenn es in den letzten Jahren rund um das geplante Projekt ruhig geworden war und der Eindruck entstanden ist, das Thema sei „gegessen“, hat es sich gelohnt, als BI am Thema dranzubleiben.
Wir werden über die weitere Entwicklung und Aktivitäten berichten.


