
Regelmäßig trifft sich die AG 60 plus zum Austausch über aktuell relevante Themen in unserer Gesellschaft. Am 7. November war unser Kreisrat Dr. Peter Trunzer zu Gast mit einer ausführlichen Präsentation zum Thema „Cannabis in der Medizin“. Als ehemaliger Chefarzt für Rheumatologie und chronische Schmerzerkrankungen und Chefarzt für Onkologie in der MEDICLIN Kraichgau-Klinik war Trunzer mit seiner jahrzehntelangen Erfahrung ein interessanter und engagierter Referent – angefangen von der momentanen Gesetzeslage, Cannabis gilt nicht mehr als Betäubungsmittel im Sinne dieses Gesetzes, über die verschiedenen Pflanzensorten bis zu den möglichen Anwendungen in der Medizin. Trunzer informierte: Die wichtigsten Wirkstoffe sind Tetrahydrocannabinol (THC) und Cannabidiol (CBD). THC hat eine psychoaktive Wirkung, es kann euphorisch (High-Gefühl) machen, Appetit anregen und Schmerzen mildern. CBD wirkt nicht psychoaktiv, eher beruhigend, angstlösend und entzündungshemmend.
Für die Anwendung in der Medizin sei, so Trunzer, aber der THC-Gehalt ausschlaggebend, viele Krankheiten könnten durch Cannabis positiv beeinflusst werden.
Am häufigsten wird es bei Schmerzen (chronisch, neuropathisch) verschrieben. Aber auch bei Angstzuständen und Depressionen, bei Schlafstörungen, Übelkeit uvm.
Cannabis mache nichts kaputt und heile nichts, sagt Peter Trunzer. Es könne aber gerade in der Onkologie und der Palliativmedizin sehr hilfreich sein. Trotzdem seien diese Schritte, Cannabis medizinisch einzusetzen, nicht für jeden geeignet. Selbstverständlich sollte Cannabis in der Schwangerschaft, während des Stillens, bei schweren Herz- und Kreislauferkrankungen oder manchen psychischen Erkrankungen nicht eingenommen werden. Und natürlich sollte Cannabis Kindern und Jugendlichen nur unter strengen Auflagen verabreicht werden. – Wir können natürlich in diesem Rahmen lediglich einen kleinen Ausschnitt des umfangreichen Vortrags wiedergeben. – Trunzer betonte, dass die Anwendung von Cannabis immer in enger Absprache mit Medizinern unter ärztlicher Kontrolle erfolgen sollte. Allerdings bedauerte Trunzer auch, dass noch zu wenige Ärzte und Ärztinnen eine Cannabistherapie wohlüberlegt empfehlen und verantwortlich begleiten. Und auch viele Krankenkassen sträubten sich oft, die Kosten für eine Cannabis-Therapie zu übernehmen. Die Zuhörerschaft war – wie immer bei unseren Treffen – offen, kritisch, interessiert und voller Fragen. Unser nächstes Treffen findet am 5. Dezember wieder im Willy-Brandt-Haus statt. Bernhard Löffler, Dipl. Sozialpädagoge, in der Region bekannt durch seine Aktivitäten beim DGB wie auch in der Bürgerinitiative Pro Region Heilbronn-Franken oder dem Verkehrsbeirat Heilbronn referiert über seine Kenntnisse und Erfahrungen zu Rumänien: Rumänien im Aufbruch: Geschichte, Kultur, Natur.
Unsere Treffen sind stets öffentlich, das Willy-Brandt-Haus ist gut mit dem ÖPNV erreichbar. Auch zur Zeit von Flein – der Bus 641 fährt alle Stationen an und schlängelt sich durch die Wohngebiete.
Wie schon bekannt gegeben, dürfen wir als SPD-Ortsverein Flein-Talheim drei Monate vor Wahlen in den Fleiner Nachrichten nicht mehr veröffentlichen. Macht Sinn, weil sich ein Amtsblatt sozusagen neutral verhalten muss, macht insofern keinen Sinn, weil eine wichtige Informationsquelle für uns auch wegfällt. Wir werden auf unsere Instagram-Kanäle setzen und unsere Vernetzung untereinander wie auch die Heilbronner Stimme nutzen.
Montag, 26.1.2026 erwarten wir Albrecht Fischer-Braun, Geschäftsführer Ev. Landesverband Tageseinrichtungen f. Kinder in BW, Thema „Das Kind im Mittelpunkt – Neue Entwicklungen in der Kita-Arbeit – ganzheitliche Bildung für unsere Kleinsten.“ Ort Foyer Flina – 19.00 Uhr.
Heidi Scharf-Giegling
Pressesprecherin