Klaus Autenrieth begrüßte im Namen des Vorstands die Anwesenden bei der Jahreshauptversammlung der Wilden 16. Dabei betonte er die Anwesenheit der beiden Ehrenmitglieder Jola Banach und Annelie Bauder sowie die Tatsache, dass noch nie so viele Mitglieder bei einer Jahreshauptversammlung der Wilden 16 anwesend gewesen seien.
Autenrieth erinnerte an die Elterninitiative aus dem Jahre 1996, die der eigentlichen Vereinsgründung von 1999 vorangegangen war, womit die Wilde 16 im Prinzip in diesem Jahr ihr 30-jähriges Jubiläum feiert. Damals habe es lediglich sieben Kinder gegeben, die in diesem Zusammenhang zu betreuen gewesen seien. In der Folge sei es zu einem beträchtlichen Wachstum des Vereins gekommen: Derzeit werden über 100 Kinder von der Wilden 16 betreut.
In letzter Zeit seien Vorstand wie Leitung der Schulkindbetreuung von verschiedenen Veränderungen stark beansprucht worden. Folgende Stichpunkte wurden hier genannt: Ganztagsschule, Onlineanmeldung, neues Abrechnungstool, zahlreiche Gespräche mit Vertreterinnen und Vertretern der Stadt, im Herbst dann und aktuell von großer Bedeutung die Einführung von Gebühren für die Schulkindbetreuung. Der aus fünf Personen bestehende Vorstand habe sich im Jahr 2025 dennoch insgesamt nur viermal in Präsenz treffen müssen, viele interne Fragen hätten durch digitalen Austausch geklärt werden können. Das Kernzeitteam bestehe derzeit aus sieben Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern; der zeitliche Umfang von drei Vollzeitarbeitskräften wurde dabei auf die sieben verteilt.
Bettina Hölz als Leiterin der Schulkindbetreuung gab einen Überblick über die Aktivitäten und Entwicklungslinien der Arbeit der Wilden 16 im letzten Jahr. Das Team bestehe seit September 2024 aus sieben Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Daneben gebe es insgesamt sieben weitere Personen, die als Krankheitsvertretungen teils spontan und kurzfristig, teils über eine längere Zeit hinweg eingesprungen seien. Weitere Personen, die das Team im letzten Jahr bereichert hätten, seien die Jugendbegleiterinnen und Jugendbegleiter gewesen, die das Kernzeitteam in der Lernzeit und bei den AGs unterstützt hätten, sowie verschiedene Schulpraktikantinnen und Schulpraktikanten, die ihr Sozial- oder Berufspraktikum bei der Wilden 16 absolviert hätten.
Die Kontakte zur Stadt seien den aktuellen Gegebenheiten entsprechend enger als früher: Das Onlineportal der Stadt sei auch für die Schulkindbetreuungsanmeldung der Wilden 16 freigeschaltet worden; man sei noch im Anpassungs- und Gewöhnungsprozess, aber auf einem insgesamt guten Weg. Seit Ende November befinde man sich gezwungenermaßen in einem regen Austausch zwecks Vorbereitung und Organisation der Erhebung der Schulkindbetreuungsgebühren.
Hölz präsentierte im Anschluss die aktuellen Zahlen der Schulkindbetreuung in Bühl: Im Schuljahr 2025/26 würden 110 Kinder in der Kernzeit betreut; insgesamt verzeichne der Verein 90 Familienmitgliedschaften. 87 Kindern, die im Ganztag angemeldet seien, stünden 23 im Halbtag gegenüber. Die Prognose bezüglich der Schülerzahlen gehe von weiterhin steigenden Zahlen an der Grundschule Bühl aus.
Danach gab Hölz einen Überblick über die Highlights der Kernzeit im Jahr 2025: Schuppeneröffnungsfeier auf dem Schulhof, Fasnet, Ostereierverkauf, Osterlauf, Tag der offenen Kernzeit, Schulspendenlauf, Sportfest, Wellnesswochen, Abschlussfeier für die Viertklässlerinnen und Viertklässler, Renovierung des Mondzimmers, Weihnachtsmann-Wettlaufspiel und Adventszauber. Abschließend verwies sie auf folgende Termine, die die Eltern im Blick haben sollten: Am 20. März (Freitag) finde nach 14 Uhr wegen der Klausurtagung der Wilden 16 keine Betreuung mehr statt; am 20. April (Montag) und am 15. Mai (Freitag) gebe es keine Schulkindbetreuung (Regenerations- und Ausgleichstage).
Die Kassenprüferinnen Ilona Hagelstein und Mareike Heinritz berichteten über den Termin der Kassenprüfung: Die Belege der Schatzmeisterin Elisabeth Gut seien geprüft worden, die Kontoauszüge seien ihnen vorgelegt worden; die Kasse sei von der Schatzmeisterin ordentlich geführt worden, es habe keine Beanstandungen gegeben. Hagelstein und Heinritz schlugen vor, die Schatzmeisterin zu entlasten, was einstimmig angenommen wurde.
Annelie Bauder plädierte im Anschluss dafür, den Vorstand zu entlasten, was von den Anwesenden einstimmig (ohne Gegenstimmen und ohne Enthaltungen) angenommen wurde.
Klaus Autenrieth leitete nun in den Tagesordnungspunkt ein, der dafür gesorgt hatte, dass so viele erschienen waren: Sollte die Schulkindbetreuung weiterhin in der Hand der Wilden 16 verbleiben oder sollte sie in die Hand der Stadt Tübingen übergehen? Autenrieth betonte, dass die Aufgaben des Vorstands und der Kernzeitleitung ständig gestiegen seien und die Wilde 16 damit im Prinzip überfordert sei; er betonte aber auch die Vorteile, die eine Schulkindbetreuung im Aufgabenbereich des Vereins und nicht im Aufgabenbereich der Stadt habe (so sei eine Reaktion auf Personalausfälle angesichts der vielen zur Verfügung stehenden Krankheitsvertretungen viel flexibler zu gestalten). Wenn die Schulkindbetreuung weiterhin von der Wilden 16 getragen werden sollte, dann müssten die Aufgaben dafür auf mehr Schultern verteilt werden.
Die Diskussionsrunde offenbarte eine breite Unterstützung der Arbeit des Vorstands und des Kernzeitteams durch die Anwesenden. Der im Vorfeld der Jahreshauptversammlung per E-Mail an die Vereinsmitglieder ergangene Aufruf zur Übernahme von Aufgaben innerhalb des Vereins sei auf große Resonanz gestoßen; bei den meisten der Aufgaben hätten sich Personen gemeldet, die den Vorstand in seiner Funktion als Arbeitgeber unterstützen wollten.
Als größte Baustelle erweise sich jedoch weiterhin die Finanzverwaltung: Eventuell könne KoKon, eine gemeinnützige GmbH, die als freier Kitaträger in Tübingen fungiert und derzeit bereits die Lohnbuchhaltung für die Wilde 16 verantwortet, die gesamte Finanzbuchhaltung übernehmen; allerdings gebe es noch keine eindeutig positive Rückmeldung und KoKon sei selbst auf der Suche nach Personal. In der aktuellen Situation mit der bevorstehenden Gebührenerhebung sei die Frage der Suche nach einer diesbezüglichen Lösung virulent. Ein eventuell auch gangbarer Weg sei die Einstellung eines/r Mitarbeiters/in, der/die vom Verein bezahlt werde und die Finanzbuchhaltung übernehme; der Hirschauer Schulkindbetreuungsverein gehe diesen Weg und bezahle eine Mitarbeiterin für 10 Stunden im Monat.
Im Anschluss kam es zur Abstimmung über die Zukunft der Schulkindbetreuung in Bühl. Der diesbezügliche Antrag lautete wie folgt: Soll der Verein Die Wilde 16 e. V. weiterhin Träger der Schulkindbetreuung an der Grundschule Bühl bleiben? Die Abstimmung, die mit keiner Beschlussfassung verbunden war, führte zu einer einstimmigen Befürwortung (bei einer Enthaltung) der Fortführung der Arbeit der Wilden 16; die Übergabe der Schulkindbetreuung an die Stadt wurde im Umkehrschluss zu diesem Zeitpunkt abgelehnt.
Da die Stadt in den kommenden Gebühren für die Früh- und die Spätbetreuung weder Geld für Frühstück noch für Nachmittagsimbiss vorsieht, musste in der Folge darüber diskutiert werden, ob zusätzliche Gebühren für Frühstück und Nachmittagsimbiss zu erheben seien. Nach einer lebhaften Diskussion, in der verschiedene Vorschläge gegeneinander abgewogen worden waren und Anträge formuliert, dann aber wieder zurückgenommen worden waren, kam es zu folgenden beiden Anträgen.
Antrag 1: Der jährliche Mitgliedsbeitrag pro Familie wird um 10 EUR von 15 EUR auf 25 EUR erhöht.
Dieser Antrag wurde bei einer Enthaltung einstimmig angenommen.
Antrag 2: Es soll eine Gebühr für Frühstück und Nachmittagsimbiss bei der Früh- und Spätbetreuung erhoben werden, wobei der diesbezügliche Betrag nicht festgelegt wird.
Auch dieser Antrag wurde bei einer Enthaltung einstimmig angenommen.
Die einzige anstehende Wahl war die Wahl der Kassenprüferinnen. Ilona Hagelstein und Mareike Heinritz erklärten sich erneut bereit, die Aufgabe der Kassenprüfung zu übernehmen, und wurden einstimmig in ihrem Amt als Kassenprüferinnen wiedergewählt.
Andreas Kuhn