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Besuch auf einem Demeter-Bauernhof

Wer regelmäßig die Berichte über das Versuchsfeld des Ruhbenderhauses verfolgt, weiß, dass das Ehepaar Otto und Hildegund Hoffmann dort den Schülerinnen...
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Wer regelmäßig die Berichte über das Versuchsfeld des Ruhbenderhauses verfolgt, weiß, dass das Ehepaar Otto und Hildegund Hoffmann dort den Schülerinnen und Schülern der ortsansässigen Schulen den biologisch-dynamischen Anbau von Weizen und Kartoffeln nach Demeter-Richtlinien näherbringt. Für die Mitglieder des Ruhbender-Teams lag es daher nahe, dem „Hof am Seeberg“ in Gochsheim, der ebenfalls nach dem Demeter-Verfahren bewirtschaftet wird, einen Besuch abzustatten.

Begrüßt wurden wir von der Landwirtin für Tierhaltung, Johanna, die uns in einer einstündigen Führung selbstbewusst und mit ihrem fundierten Wissen beeindruckte. Sie kennt sich sowohl mit dem Tierwohl als auch mit den wirtschaftlichen Belangen bestens aus.

Im Jahr 2018 übernahm Johanna zusammen mit ihrem Partner Simon den Hof im Zuge eines Generationswechsels und sie bewirtschaften den Betrieb konsequent nach Demeter-Vorgaben. Das bedeutet unter anderem den Verzicht auf Pestizide, Kunstdünger und Gentechnik. Stattdessen steht eine nachhaltige Kreislaufwirtschaft im Mittelpunkt, bei der Futter, Dünger und weitere Betriebsmittel möglichst selbst erzeugt werden.

Auf dem Hof werden über 80 Jersey-Milchkühe artgerecht gehalten – mit großzügigem Stall, Auslauf und Zugang zur Sommerweide. Besonders beeindruckend war der Melkroboter, der unter anderem die Milchleistung, die Güte der Milch, die Futteraufnahme sowie die Gesundheit jeder einzelnen Kuh kontrollierte. Alle Kühe sind dafür mit einem Chip versehen. Die Kühe kommen selbstständig, teilweise bis zu viermal am Tag, zum Melkroboter.

Ergänzt wird die Tierhaltung durch Schafe und Schweine. Auf den umliegenden Ackerflächen werden neben dem Viehfutter auch verschiedene Getreidesorten wie Dinkel, Nackthafer und Weizen nach Demeter angebaut und ebenso wie das Fleisch regional vermarktet.

Die Mitglieder des Ruhbender-Teams zeigten sich tief beeindruckt vom großen persönlichen Einsatz der jungen Familie. Trotz herausfordernder Rahmenbedingungen – wie stark schwankenden Preisen für Milch und Butter sowie zunehmender Bürokratie – führen sie den Betrieb mit großem Engagement und Leidenschaft. Unterstützt werden sie dabei von einer Praktikantin und einer Auszubildenden.

Der Verzicht auf freie Wochenenden, Feiertage und längere Urlaube gehört für sie zum Alltag. Dennoch schöpfen sie aus ihrer Liebe zur Natur und der Arbeit mit den Tieren Kraft und Motivation. Mit viel Hingabe setzen sie sich für eine nachhaltige Landwirtschaft in der Region ein – ein Einsatz, der bei allen Besucherinnen und Besuchern großen Eindruck hinterließ.

Weitere Informationen zum Bio-Bauernhof „Hof am Seeberg“ in Gochsheim sind unter dem folgenden Link bioboden.de/partnerhoefe/hof-am-seeberg/ verfügbar und in dem darin verlinkten „Bodenbrief 2-2025“, dort auf den Seiten 6 bis 7. Es lohnt sich, diese Seiten zu lesen!

Unser besonderer Dank gilt Hildegund Hoffmann, die diesen Besuch organisierte.

(CWO)

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Ausgabe 14/2026
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