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Bildung

„Besuch der alten Dame“ am Hebel-Gymnasium

Lehrstück über die Scheinheiligkeit der Welt „Man kann alles kaufen.“ In diesem Theaterstück sitzt jeder Satz. Und spricht so viel Wahrheit aus....
Die Theater-AG des Hebel-Gymnasiums begeisterte mit dem Klassiker „Besuch der alten Dame“ – ein Lehrstück über Gerechtigkeit, Käuflichkeit und Scheinheiligkeit.
Die Theater-AG des Hebel-Gymnasiums begeisterte mit dem Klassiker „Besuch der alten Dame“ – ein Lehrstück über Gerechtigkeit, Käuflichkeit und Scheinheiligkeit.Foto: Schillinger

Lehrstück über die Scheinheiligkeit der Welt

„Man kann alles kaufen.“ In diesem Theaterstück sitzt jeder Satz. Und spricht so viel Wahrheit aus. „Man kann alles kaufen – auch die Gerechtigkeit.“ Diese zentrale – erschreckend aktuelle - Aussage wird in dem Drama „Der Besuch der alten Dame“ von Friedrich Dürrenmatt deutlich.

Eine reiche Milliardärin kommt zurück in ihre bankrotte Heimat-Kleinstadt, um für eine Spende von einer Milliarde den Tod ihres damaligen Liebhabers zu fordern, der sie in schwangerem Zustand wegen einer wohlhabenderen anderen Frau damals sitzen ließ. Für das angebotene Geld wird die Gemeinde schließlich käuflich. Die Schultheatergruppe des Hebel-Gymnasiums bewies, wie packend der Klassiker – 1956 uraufgeführt – immer noch ist. Vor MeToo-Zeiten stand die moralische Verlogenheit der Gemeinde im Zentrum. Heute ist mit dem Blick auf Epstein und Co die alte Dame doch nicht mehr nur böswillig, sondern nachvollziehbar verletzt – an ihrer Seele und Körper.

Erinnerungsszenen

Die Schüler packten das Publikum von der ersten Szene an. Dieser Beginn wurde hinzufügt: Die alte Dame und ihr Anhang werfen mit Geldscheinen um sich. Auch später hat Regisseur Daniel Zischka neben Musik noch ergreifende stumme Erinnerungsszenen eingebaut. Die jungen Schauspieltalente überzeugen und beeindrucken, jeder zeigt, was er kann: Beispielsweise die alte Dame, die von Selina Yildirim kalt und gebrochen gespielt wird, der Lehrer (Elea Steinbrück), der sein Verzweifeln an der Versuchung im Alkohol ertränkt, oder der Bürgermeister (mit Giuliana Canova und Josefine Junker doppelt besetzt), der die Scheinheiligkeit verkörpert. Franka Hellmann übernimmt die Rolle des Alfred Ill, den es zu töten gilt. Als Ill keine Kraft mehr hat, sich zu wehren, übernimmt Schauspielerin Neele Binder sein Outfit und seine Rolle, um sich in das finale Schicksal – seine Ermordung – zu fügen. Die Darsteller hatten sich die stehenden Ovationen verdient. (bs)

Erscheinung
exklusiv online
von Hebel-GymnasiumRedaktion NUSSBAUM
02.03.2026
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