Zuerst einmal ein großes „Dankeschön“ an alle ehrenamtlichen Helfer des Verkehrs- und Heimatvereins 1952 e. V. Sandhausen, ohne deren Arbeit ein Museum, wie das unsere, nicht erhalten werden kann. Wir leben und wohnen in Sandhausen, und aufgrund dessen sind wir, die Erzieher des Anne-Frank-Kindergartens, auch der Meinung, dass der Besuch des Heimatmuseums fast schon verpflichtend ist.
Am 11.04.2025 und am 13.06.2025 durften unsere (damals noch) zukünftigen Schulanfänger das „alte Haus“ (frühere Rathaus), heutige Museum in Sandhausen besuchen. Bevor wir jedoch von Frau Wettstein und Herrn Scheid empfangen wurden, konnten wir uns noch auf dem Lege Cap Ferret Platz vergnügen. Hierbei lernten wir die einzelnen Bronzefiguren kennen (die „Spargelfrau“ und den „Schindelmacher“) und nahmen den Hopfenbrunnen unter genauere Begutachtung. Die Kinder wurden neugierig: “Was sind das für Knospen auf dem Brunnen, was macht der Mann mit diesen Holzscheiben … und und und!“
Nachdem die Türen des Museums für unsere Kinder geöffnet worden waren, starteten wir unsere Tour in der unteren Etage. Herr Scheid wusste viel zu berichten. Er erzählte uns von Fundstücken, wie z. B. Tonscherben, Münzen und sogar Mammut Backenzähnen. Spannend war natürlich, dass wir diese Fundstücke in den Auslagekästen bewundern durften. Wir erfuhren, dass der Holzbrückenpfeiler an der Wand schon 1000 Jahre alt ist, also älter als unser Heimatort. Wussten sie, dass Sandhausen früher mal „Lochheim“ genannt wurde? All dies durften wir erfahren. Wir sahen viele ausgestopfte Tiere, manche gibt es noch in unseren Wäldern, manche leider nicht mehr. Dann gings in die zweite Etage und schon im Treppenaufgang gab es zahlreiche Gerätschaften zur Heu- und Getreideernte und Werkzeuge, die zur Bodenbearbeitung genutzt wurden. Einiges war den Kindern bekannt, vieles musste uns jedoch von Herrn Scheid erklärt werden. Dem großen Fahrrad, einem Hochrad, wurde besonders viel Aufmerksamkeit geschenkt. In den Folgeräumen fanden wir uns z. B. in einer „Werkstatt“ wieder. Dort gab es spezielle Messer, die zum Teilen des Holzes dienten, um dann daraus „Schindeln“ zu fertigen (Schindeln wurden und werden auch noch heute für Dächer und Fassaden als Wetterschutz eingesetzt). Geräte und Werkzeuge eines Schuhmachers konnten entdeckt werden und selbst eine Wohnstube, liebevoll ausgestattet mit Spielsachen Anno dazumal, tauchte auf. In der „Waschbränke“ stießen wir auf eine hölzerne „Badewanne“, auf eine „Maschine“, die Wäsche auspresst, und auf ein Brett, auf dem die Wäsche mit Seife gereinigt werden konnte, - ein sogenanntes „Waschbrett“. Im Abschluss der oberen Räume wurde uns noch eine Tabakwerkstatt präsentiert. Sandhausen war eine Tabakgemeinde (es gab dort z. B. Wickelmacher) und viele Menschen verdienten in den Fabriken ihren Lebensunterhalt, indem sie aus getrockneten Tabakblättern Zigarren formten. Die Reise in die Sandhäuser Vergangenheit endete in der unteren Etage, einem Fotoausstellungsraum. Dort hingen viele Fotografien z. B. der Sandhäuser Gaststätten (im Dialekt „Wedschafd“ genannt), die es an „jeder Ecke“ unserer Ortschaft gab.
Die Kinder, gesättigt von den vielen Eindrücken hatten jedoch nur noch Augen für die Leckereien, die in der Mitte des Foto Raumes standen. Mit viel neuem Wissen und einer Süßigkeit in der Hand verabschiedeten wir uns von unseren „Fachmenschen“ (hierzu zählt natürlich auch Herr Wittmann, der die Gruppe im Juni begleitete) Wir bedanken uns herzlichst für die interessanten Führungen, die Erfrischungen und natürlich für die Naschereien und kommen gerne wieder.
Die Erzieherinnen des Anne-Frank-Kindergartens
Und nicht vergessen: An Halloween öffnet das Museum seinen alten Keller!


