Schon im Mittelalter trank man Bier aus Krügen, meist aus Ton oder Holz. Mit der Einführung des Reinheitsgebotes (1516) und der wachsenden Bedeutung von Bier als Alltagsgetränk entwickelte sich auch der Krug zu einem festen Bestandteil der Kultur. Der Arbeitskreis Museum und Heimatgeschichte greift diese spannenden historischen Entwicklungen in seiner neuesten Sonderausstellung auf. Im Oktober und November sind Bierkrüge und Zubehör in Vitrinen innerhalb der Dauerausstellung zu finden.
Seit Jahrhunderten gehört der Bierkrug zu den wichtigsten Objekten europäischer Alltags- und Festkultur. Ursprünglich einfache Trinkgefäße aus Ton oder Holz, entwickelten sich im Laufe der Zeit kunstvoll gestaltete Krüge aus Steinzeug, Zinn, Porzellan und Glas.
Die Formenvielfalt spiegelt nicht nur den Wandel von Materialien und Handwerkstechniken wider, sondern auch gesellschaftliche Entwicklungen. Zinnkrüge mit Deckel boten Schutz und Hygiene, während reich verzierte Porzellankrüge zu begehrten Prestigeobjekten wurden. Viele Krüge erzählen Geschichten – von Jagd- und Wirtshausszenen über Zunftzeichen bis hin zu persönlichen Widmungen. Darüber hinaus war der Bierkrug stets ein Symbol der Gemeinschaft: am Stammtisch, in Studentenverbindungen oder bei festlichen Anlässen. Er verband Menschen, stand für Geselligkeit und diente oft als Erinnerungsstück oder Geschenk. Die Bierkrugkultur vereint Handwerk, Kunst und Brauchtum. Jeder Krug ist ein Zeugnis von Lebensfreude und Tradition – und zugleich ein Spiegel der Kulturgeschichte des Bieres.
Das Museum im ehemaligen Kloster Reuthin ist sonn- und feiertags von 14 bis 17 Uhr und ab November von 13 bis 16 Uhr geöffnet. Der Eintritt ist frei.


