Das Bild des Monats Juni ist eigentlich nichts Besonderes, zeigt aber wieder einmal einen Ausschnitt aus der alten Rettigheimer Ortsmitte. Die Schwarz-Weiß-Aufnahme (Fotograf unbekannt), wurde kurz vor 14.00 Uhr aufgenommen (siehe Turmuhr) und stammt aus den 70/80er Jahren des letzten Jahrhunderts. Der Fotograf stand in der Malscher Straße mit Blick zur Kirche St. Nikolaus im Osten.
Links und sehr dominierend das Anwesen (Malscher Straße 12) von Ludwig Bender (1900-1947) und Gertrud Bender geborene Müller (1904-1976). Ludwig Bender war von Beruf Sattlermeister und betrieb auf seinem Anwesen eine Sattlerwerkstatt. Für vieles im damaligen Alltag (in Haus, Hof, Landwirtschaft und Gewerbe), das unter anderem mit Leder zu tun hatte, war sein tägliches Geschäft (Reparaturen, Instandsetzungen, Neu- und Sonderanfertigungen). Gertrud Bender lebte vermutlich bis zu ihrem Tod (alleine) im Elternhaus ihres Mannes, das dann vor/um 1990 abgerissen wurde. Heute befindet sich auf dem Areal das Gemeindehaus St. Nikolaus und der angrenzende Kirchenvorplatz (Parkflächen). Gut zu sehen ist das verschiedenartig gedeckte Wohnhausdach: links noch die alten Biberschwänze und rechts der modernere Ziegel (Z1), den auch die Firma Bott in Rauenberg lange hergestellt und vertrieben hat. In Rettigheim waren zur damaligen Zeit noch viele Häuser zu finden, die ähnlich bedacht waren. Vermutlich war es auch eine Kostenfrage, ob die noch brauchbaren alten Biberschwänze sofort und großflächig ersetzt werden mussten.
Dann gut zu sehen einen Teil des alten Langhauses der Pfarrkirche von 1823/24 und der Glockenturm, der 1962 sein neues charakteristische Spitzdach erhielt. Davor die kleine Rundanlage mit den Zugangswegen zur Kirche mit einer Grünanlage. Vormals war auch dieser Teil der Malscher Straße mit einer kleinen Hofanlage bebaut.
Ganz rechts im Bild ist noch das Anwesen der Familie Reiß zu sehen. Das ursprüngliche Fachwerkhaus wurde nach 1945 durch einen verputzten Neubau ersetzt (R. Werner).


