
770 Kilometer von zuhause entfernt und ein übermächtiger Gegner vor der Brust: eine Aufgabe, die für die Binder Blaubären TSV Flacht nicht realistisch machbar war. Doch trotz aller Widrigkeiten verkaufte sich der Bundesliga-Neuling gegen das Erstliga-Urgestein SSC Palmberg Schwerin teuer.
Weite Anreise und eine Rückkehr
Bereits am Donnerstagabend war der Mannschaftstross der Blaubären vom Vereinsheim in der Kelterstraße aufgebrochen und hatte sich auf die längste Auswärtsreise der Saison in der ersten Volleyball-Bundesliga gemacht. Noch weiter als die Auswärtsfahrten zum ETV Hamburg, wo die Blaubären bislang in drei Einsätzen drei Siege feierten, und beinahe so weit wie die Reise zu den Stralsunder Wildcats in der Debütsaison in der Zweiten Bundesliga Pro. Mit dem vollständigen Kader, der anders als die gegnerischen Profis einen Urlaubstag für die lange Anreise opfern musste, kehrte Manuel Hartmann an seine alte Wirkungsstätte zurück. Der Blaubären-Chefcoach assistierte beim SSC Palmberg Schwerin von 2016 bis 2018 dem Cheftrainer Felix Koslowski, der bis heute in der Ostseestadt amtiert. Auch wenn es gegen den alten Lehrmeister nichts zu holen gab, stellte Hartmann den Anspruch eines guten Auftritts an seine Schützlinge.
Gegen einen übermächtigen Gegner stark verkauft
In der gut besetzten Palmberg-Arena in Schwerin war der Gast natürlicherweise der eindeutige Außenseiter, der Champions-League-Teilnehmer aus der mecklenburgischen Landeshauptstadt hatte bereits im Hinspiel das qualitative und monetäre Gefälle zwischen den beiden Vereinen. Gegen Schwerins erste Sechs, die große Teile des Spiels auf dem Feld verbrachte, waren die Blaubären machtlos. Dennoch stemmte sich der krasse Außenseiter nach besten Kräften dem Rekordmeister entgegen und kämpfte sich gemeinschaftlich zu Punkten. Manuel Hartmann brachte beinahe seinen gesamten Kader zur Spielzeit. Am Schluss holten die Schwarz-Blauen ganze zwölf Punkte und sorgten bei den heimischen Anhängern für überraschte Blicke.