
Dr. Andre Baumann (MdL) und Staatsekretär im Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft zeigt sich begeistert von der ehrenamtlich angelegten und gepflegten Grünfläche in der Neulußheimer Wingertstraße.
Initiiert und maßgeblich getragen wird das Projekt von Ingeborg Bamberg, Gemeinderätin der Wählervereinigung „Wir für Neulußheim“ und der Diplom-Biologin Ursula Jünger sowie engagierten Bürgerinnen und Bürgern. Begleitet wurde Baumann von der Grünen-Gemeinderätin Monika Schroth.
Das Projekt vereint gleich mehrere Ziele: Eine bunte, abwechslungsreiche Grünfläche mitten im Ort zu schaffen, die sich im Laufe der Jahreszeiten stetig verändert und dadurch zum Beobachten einlädt. Hierzu wurden zahlreiche verschiedene Blumenzwiebeln, Stauden und Halbsträucher gesetzt, die vom zeitigen Frühjahr bis zum ersten Frost blühen. Dank dieser Vielfalt siedelten sich schon nach kurzer Zeit ganz von alleine zahlreiche Insektenarten und Eidechsen an und verwandelten die ehemals triste Rasenfläche in ein lebendiges Biotop mitten im Wohngebiet. Im Herbst wurde zudem noch ein Igelhaus angelegt, das aus Schnittgut von in Neulußheim wachsenden Weiden gebaut und mit dem vor Ort angefallenen Herbstlaub befüllt wurde.
„Daher muss ein solches Biodiversitätsprojekt nicht einmal viel kosten“, erläuterte Ingeborg Bamberg einen weiteren wichtigen Aspekt. „Wir haben zahlreiche Baumstämme abgestorbener Birken verwendet, die vom Bauhof gefällt werden mussten. Statt diese teuer zu entsorgen, dienen sie auf unserer Fläche nun als Brutplätze für Wildbienen und Wohnquartier für die hier lebenden Käfer, Eidechsen und andere wirbellose Tiere.“
„Leider wird immer wieder argumentiert, Umweltschutz und der Erhalt der Artenvielfalt seien teuer und in Zeiten klammer öffentlicher Haushalte nicht finanzierbar. Doch genau das Gegenteil ist der Fall“, erläuterte Biologin Ursula Jünger. „Fachlich gut geplant und mit Unterstützung von Ehrenamtlichen fallen für solch naturnah gestaltete Flächen langfristig deutlich weniger Pflegeaufwand und somit weniger Kosten für die Kommunen an.“
Dr. Andre Baumann zeigte sich beeindruckt vom Ergebnis und vom bürgerschaftlichen Einsatz: „Dieses Projekt ist ein hervorragendes Beispiel dafür, wie biologische Vielfalt mitten im Siedlungsbereich gefördert werden kann. Lesesteinhaufen, Totholz und artenreiche Bepflanzung sind einfache, aber sehr wirksame Maßnahmen. Das verdient Anerkennung und Nachahmung.“
Auch Monika Schroth, Gemeinderätin der Grünen, betonte die kommunalpolitische Dimension: „Solche Initiativen zeigen, wie Kommunen gemeinsam mit engagierten Bürgerinnen und Bürgern Grünflächen ökologisch aufwerten können – zum Nutzen von Natur, Klima und Aufenthaltsqualität.“
Dazu passend lockten an diesem Nachmittag die ersten warmen Sonnenstrahlen Wildbienen und Eidechsen aus ihrem Winterquartier. „Da hat gerade eine Gehörnte Mauerbiene Pollen in eine Brutröhre eingebracht“, erfreute sich der Biologe Dr. Baumann dann auch an den kleinen Details der Blühfläche.


