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BIOTOPIES begleiten Beringungsaktion junger Steinkäuze

Zwei Mitglieder der BIOTOPIES hatten in jüngerer Zeit Kontakt zur FOGE, der „Forschungsgemeinschaft zur Erhaltung einheimischer Eulen e. V.“, geknüpft....
Junger SteinkauzFoto: Michael Goll

Zwei Mitglieder der BIOTOPIES hatten in jüngerer Zeit Kontakt zur FOGE, der „Forschungsgemeinschaft zur Erhaltung einheimischer Eulen e. V.“, geknüpft. Herr Birger Meierjohann von diesem Verein lud uns ein, ihn am 4. Juni 2026 bei einer Beringungsaktion auf unserer Gemarkung zu begleiten.

Bereits im Vorfeld hatte Herr Meierjohann Beobachtungen angestellt und vermutete unter anderem in einer dort installierten Steinkauzröhre Nachwuchs. Das klang nach einem besonderen Erlebnis – etwas ganz und gar nicht Alltäglichem. Also trafen sich einige BIOTOPIES zur vereinbarten Zeit mit Herrn Meierjohann vor Ort.

Schnell wurde deutlich: Herr Meierjohann ist ein äußerst profunder Kenner der Eulenwelt und der Natur insgesamt. Die Informationen sprudelten nur so aus ihm heraus: wie die FOGE von ihrem Gründer Herbert Keil aufgebaut wurde, was dort getan und erforscht wird, wie der Steinkauz lebt, wovon er sich ernährt und warum gerade Streuobstwiesen für ihn so wichtig sind.

Besonders eindrucksvoll war die Entwicklung der Population: Von nur noch etwa acht Brutpaaren im Kreis Ludwigsburg und den angrenzenden Gebieten um das Jahr 1988 ist der Bestand bis 2025 auf rund 350 ermittelte Brutpaare angewachsen. Was für ein Erfolg!

Dann wurde es spannend: Würde Herr Meierjohann tatsächlich Jungvögel in der Röhre finden? Wenn ja, wie viele? Wie groß wären sie? Und würde vielleicht auch das Muttertier in der Röhre sitzen?

Tatsächlich kam Herr Meierjohann kurz darauf mit drei kleinen Baumwollsäckchen die Leiter herunter und ging zu seiner „Beringungswerkstatt“ – dem Gepäckraum seines Kleinwagens. Dann kam der große Moment: Ein Griff in das erste Säckchen, und zum Vorschein kam ein flauschiges Bündel Leben.

Notgedrungen ließ das kleine Federknäuel die folgende Prozedur über sich ergehen: begutachten, wiegen, vermessen – aber auch beringen?

„Nein, der ist noch zu klein“, erklärte Herr Meierjohann. „Der Vogelring könnte über die noch winzigen Beinchen rutschen, und über Fuß oder Gelenk festwachsen. Da komme ich eben in etwa einer Woche wieder.“

So nüchtern sein Kommentar war, so fasziniert waren wir Beobachter von diesem niedlichen Geschöpf.

Dann ging es zurück ins Säckchen, und der nächste Kandidat kam an die Reihe. Er war bereits rund 30 Gramm schwerer und konnte nach Begutachtung, Wiegen und Vermessen auch beringt werden. Behutsam erhielt er einen kleinen, nummerierten Aluminiumring am Bein, über den er später eindeutig wiedererkannt werden kann.

Beim Griff ins letzte Säckchen kam schließlich „Mama“ zum Vorschein.

Oh, wenn Blicke aus großen Eulenaugen töten könnten! Man konnte sich gut vorstellen, was sie dachte: „Wenn meine Beine mit den scharfen Krallen nicht so festgehalten würden, dann aber …“

Auch das Muttertier war bislang noch nicht beringt. So erhielt auch sie einen kleinen nummerierten Vogelring, bevor sie wieder sicher ins Säckchen zurückkam.

Für uns Zuschauer war das ein beeindruckendes und berührendes Erlebnis. Danach hieß es: Abstand halten vom Bereich der Brutröhre, damit die Käuze nach einer kurzen Beruhigungszeit wieder ungestört zurückgesetzt werden konnten.

Haben auch Sie Interesse an solchen oder ähnlichen Erlebnissen? Haben auch Sie Lust, sich gelegentlich in der Biotoppflege unserer lebenswerten Gemeinde einzubringen? Dann melden Sie sich gerne bei Martin Probst: martin@fampro.online

Wir freuen uns auf Sie!

Wer mehr über die FOGE erfahren oder den Verein unterstützen möchte, findet weitere Informationen unter: www.eulenforschung.de

Ihre BIOTOPIES

Fotos: Michael Goll

Martin Probst, 15.06.2026

Elternteil Steinkauz.Foto: Michael Goll
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