
Mit einer ganz besonderen Garnisonstruppe beschäftigt sich die Sonderausstellung „Als die Karlsburg Kaserne war – Das Badische Train-Bataillon Nr. 14 in Durlach“. Ein Train-Bataillon, abgeleitet von dem französischen Wort train, auf Deutsch Zug, ist eine Versorgungs-Militäreinheit. Sie transportiert Ausrüstung, Vorräte und Material zur Armee, ohne selbst aktiv in die Kämpfe eingebunden zu sein.
Auf dunkelblauen Wänden, einer der Hauptfarben der Uniformen im Train-Bataillon, sind im Pfinzgaumuseum Fotos, Zeitungsausschnitte, Pläne, Informationstafeln und vieles mehr zu sehen. In den Vitrinen zwischen Pappkameraden in Uniform warten Reservistenkrüge, verschiedene Hauben und Mützen, Taschen, Uniformen und vieles mehr. Die Ausstellungsstücke stammen aus dem Stadtarchiv, dem Museum Rastatt und dem Durlacher Privatmuseum Günter Widmann.
In sieben Kapiteln präsentiert das Team des Pfinzgaumuseums die Zeit des Bataillons in Durlach von 1894 bis 1918. Durlach habe durch seine Nähe zu Frankreich immer wieder Kriege erlebt, steht zu lesen im Kapitel „Durlach wird Garnisonsstadt“. 1894 ist es so weit, „Train kommt nach Durlach“, so das zweite Kapitel. Zuvor war das Bataillon im Schloss Gottesaue stationiert gewesen. „Gebäude und Einrichtungen“ des Train-Bataillons waren die Karlsburg, die Markgrafenkaserne, eine benachbarte Kaserne, der Marstall, die Weihergärten und die Badeanstalt an der Pfinz.
Die beiden Ersten bestehen noch. Alle wurden für „Ausstattung und Tätigkeiten“, so Kapitel 4, genutzt. Dazu gehörten auch die Ausbildung und die Pferdehaltung. Rund um die Garnison gab es „Kontakte und Konflikte“. Einerseits war das Bataillon Arbeitgeber. Andererseits störte seine Anwesenheit. So konnten etwa Wege, die nun im Kasernengebiet lagen, von den Durlacher*innen nicht mehr genutzt werden.
Im Kapitel „Erster Weltkrieg“, sechstens, geht es um „Gestorbene und gefallene Soldaten“. Albert Haus starb in Mazedonien an Herzversagen, Gustav Mathes im Lazarett in Heidelberg an Herzlähmung, Wilhelm Sackberger bei einem Sturz vom Pferd in Durlach.
Unter „Auflösung und öffentliche Erinnerung“ gibt es einen Hinweis auf das Train-Denkmal, den Obelisken, auf dem Schlossplatz. Viel Raum bekommt im achten Kapitel die „Persönliche Erinnerung“, dort sind unter anderem Postkarten und Erinnerungsfotos in verschiedenen Größen zu sehen. Wer möchte, kann auf der Ausstellung auch ein Erinnerungsfoto machen und sich in einer Uniformjacke fotografieren.
Bei der Eröffnung wies Bürgermeister Albert Käuflein darauf hin, dass die Stationierung der Soldaten das Gesicht von Durlach verändert habe. Kurator Ferdinand Leikam berichtet, dass die Idee zu dieser Ausstellung ursprünglich von Günter Widmann gekommen sein. Kuratorin Christiane Sutter lässt wissen, dass sie sich besonders gerne mit den farbigen Uniformen befasst habe. Die halfen dabei, im Feld den Freund vom Feind zu unterscheiden. Günter Widmann berichtet von seinem Lieblingsstück. Das ist eine halbe ovale Erkennungsmarke mit dem Aufdruck „Train-Bataillon“, die er zufällig in seinem Garten in der Karlsburgstraße gefunden habe. Umrahmt wird die Eröffnungsfeier vom Orchester DaCapo & Sonoro des Musikforums Durlach – unter anderem mit dem Badnerlied. (rist)
Sonderausstellung: Als die Karlsburg Kaserne war – Das Badische Train-Batallion Nr. 14 in Durlach
bis 20. September 2026
Pfinzgaumuseum In der Karlsburg Durlach,
Pfinztalstr. 9, Eingang B,
76227 Karlsruhe
Telefon: 0721133-4217/-4231
Öffnungszeiten:
Mittwoch von 10 bis 18 Uhr, Samstag, von 14 bis 18 Uhr, Sonntag, von 11 bis 18 Uhr
Haltestelle Schlossplatz
Eintrittspreis 2 Euro, ermäßigt 1 Euro
www.karlsruhe.de/pfinzgaumuseum


