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Bitte noch Geduld mit dem Heckenschnitt

NABU Östlicher Kraichgau ruft Gartenbesitzer dazu auf, sich mit dem Heckenschnitt noch zu gedulden, damit die Vögel bei der Brut ungestört bleiben....
LigusterheckeFoto: Adalbert Schmezer

NABU Östlicher Kraichgau ruft Gartenbesitzer dazu auf, sich mit dem Heckenschnitt noch zu gedulden, damit die Vögel bei der Brut ungestört bleiben.

Auch wenn schönes Wetter lockt, die ersten Hecken zu schneiden, bitten wir die Gartenbesitzer, noch damit zu warten. Denn derzeit brüten zahlreiche Singvögel gut versteckt in dem dichten Blattwerk. Durch den Schnitt könnten die Tiere so in ihrem Brutvorgang gestört werden, dass sie ihren Nachwuchs schließlich aufgeben. Hinzu kommt, dass die ersten Jungvögel von Amseln, Zaunkönigen und Co bald flügge werden. Fehlen auf einmal Äste und Blätter, haben Fressfeinde ein leichtes Spiel.

Deshalb sollte mit dem Schnitt frühestens nach dem Johannistag, 24. Juni, begonnen werden. Wer seine Hecke kurz darauf schneiden möchte, sollte vorab nach belegten Nestern in den Sträuchern schauen, da viele Singvögel im Juni mit der zweiten Brut beginnen. Wer mit dem Schnitt bis Juli wartet, spart sich sogar Arbeit. Weil sich die Pflanzen bis Ende Juni im zweiten Wachstumsschub befinden, muss die Hecke dann nur einmal geschnitten werden. Im Übrigen bietet eine blühende Ligusterhecke ein hervorragendes Nahrungsangebot für viele Insekten.

Verlassen die ersten Jungvögel das Nest, sitzen sie häufig noch einsam am Boden und wirken verlassen. Der NABU Östlicher Kraichgau bittet: lassen sie die Vögel dort sitzen, wo sie sie finden. Es handelt sich nur selten um wirklich verletzte oder geschwächte Tiere. Die Jungtiere werden weiterhin von ihren Eltern versorgt. Dabei geben am Boden sitzende Jungvögel immer wieder Laute von sich, damit sie von ihren Eltern gehört werden. Manchmal werden sie dadurch aber auch Opfer von natürlichen Feinden, weshalb man sie an einem geschützten Ort in der Nähe des Fundorts absetzen sollte. Die Vögel können ruhig auf die Hand genommen werden, die Eltern nehmen ihre Brut danach wieder problemlos an. Wer versucht, den Jungtieren die Eltern zu ersetzen, wird meist scheitern, schließlich fliegt ein Meisenpaar ca. 600-mal am Tag ein, um die Jungen zu füttern.

Naturnahe Gärten helfen nicht nur den immer weniger werdenden Insekten, sondern auch den Vögeln, die sich und ihre Brut von diesen Insekten ernähren.

Informationen zum naturnahen Gärtnern gibt es in der Broschüre Gartenlust. Sie kann beim NABU bestellt werden: NABU Baden-Württemberg, Tübinger Str. 15, 70178 Stuttgart, Tel. 0711/9667212 oder Service@NABU-BW.de

Kontakt zu Ihrem NABU: info@nabu-kraichgau.de

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Mitteilungsblatt der Großen Kreisstadt Bad Rappenau
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Ausgabe 19/2026
Dieser Inhalt wurde von Nussbaum Medien weder erfasst noch geprüft. Bei Beschwerden oder Anmerkungen wenden Sie sich bitte an den zuvor genannten Erfasser.
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