
Herzliche Einladung!
Bei diesem besonderen Bläsergottesdienst spielen wir viele Choräle des Liederdichters Paul Gerhardt und weitere Stücke aus der damaligen Epoche. Auch wird uns der Besuchsdienst Mötzingen über seine Aktivitäten berichten und Ehrungen für z. T. langjährige Tätigkeiten durchführen.
Die evangelische Kirche in Deutschland, die Paul-Gerhardt-Gesellschaft e. V. und zahlreiche Gemeinden und Orte feiern 2026 dieses Gedenkjahr mit Gottesdiensten, Konzerten, Festwochen, Ausstellungen und anderen Veranstaltungen im ganzen Jahr.
Zum Gedenken an den 350. Todestag des bedeutenden Kirchenliederdichters Paul Gerhardt (1607–1676) findet unser Bläsergottesdienst in der Mötzinger Mauritiuskirche statt.
Paul Gerhardt ist nach damaligem julianischen Kalender am 12. März 1607 in Gräfenhainichen bei Wittenberg geboren und am 27. Mai 1676 in Lübben (Spreewald) gestorben. Nach heutigem gregorianischen Kalender (der in Wittenberg erst später eingeführt wurde) jährt sich sein Geburtstag also genau am Tag des Bläsergottesdienstes am Sonntag, dem 22. März.
Paul Gerhardt – Glaube, der klingt
Wenn wir die Musik unseres Posaunenchores hören, stehen wir in einer langen Tradition. Alle Choräle, die die Bläserinnen und Bläser am Bläsergottesdienst spielen werden, gehen auf Texte eines Mannes zurück:
Paul Gerhardt. Seine Kindheit und Jugend fielen in die Zeit des Dreißigjährigen Krieges. Zerstörung, Hunger und Unsicherheit prägten diese Jahre. Doch gerade in dieser schweren Zeit wuchs in ihm ein tiefer Glaube, der später in seinen Liedern Ausdruck fand.
Paul Gerhardt wurde Pfarrer und schrieb geistliche Gedichte und Lieder. Viele davon wurden vom Berliner Kantor Johann Crüger vertont. Gemeinsam schufen sie Choräle, die bis heute in unseren Gottesdiensten gesungen und von Posaunenchören gespielt werden.
Seine Lieder begleiten uns das ganze Kirchenjahr. Im Advent fragen wir mit seinem Lied:
„Wie soll ich dich empfangen?“ — ein Lied der Erwartung und der Hoffnung.
Zu Weihnachten erklingt die Freude über die Geburt Christi: „Fröhlich soll mein Herze springen“ oder auch „Ich steh an deiner Krippen hier“.
In der Passionszeit hören wir seine tief bewegenden Worte: „O Haupt voll Blut und Wunden“.
Und an Ostern ruft uns sein Lied zu: „Auf, auf, mein Herz, mit Freuden“.
Doch Paul Gerhardt schrieb nicht nur Lieder für die großen Feste, sondern sie sprechen auch in den alltäglichen Situationen des Lebens. Viele Menschen kennen das Trostlied: „Befiehl du deine Wege“ – ein Lied des Vertrauens, das in schweren Zeiten Mut macht.
Und im Sommer lädt er uns ein, Gottes Schöpfung zu bestaunen mit dem bekannten Lied „Geh aus, mein Herz, und suche Freud“, dem Motto unseres Bläsergottesdienstes.
Paul Gerhardt starb vor 350 Jahren im Jahr 1676. Doch seine Worte leben weiter. Sie verbinden Glauben, Poesie und Musik. Und wenn heute ein Posaunenchor diese Choräle spielt, dann erklingt darin ein Glaube, der über Jahrhunderte hinweg Menschen getragen hat.
So wird aus seinen Gedichten Musik – und aus Musik ein gemeinsames Bekenntnis unseres Glaubens.