Zügig bewegt sich die Kolonne des THW Oberhausen-Rheinhausen mit Blaulicht durch die Straßen der Gemeinde. Gekennzeichnet sind die Fahrzeuge durch blaue Flaggen an der Fahrerseite; das letzte Fahrzeug trägt eine grüne Beflaggung. Ziel der Fahrt sind durch Sturzfluten beschädigte Gebäude und Straßen. Eile ist geboten, um Schäden einzudämmen.
Was in der Vergangenheit leider häufig Realität war – man denke an den Großeinsatz im Ahrtal oder zuletzt an die massive Hochwasserlage rund um Bretten – ist an diesem Freitag jedoch eine Ausbildungseinheit zum Thema Pumpen. Ziel ist es, den Ausbildungsstand der Helferinnen und Helfer auf hohem Niveau zu halten.
Vor der Praxis steht wie so oft die Theorie. Dank des kurzweiligen Vortrags unseres Kameraden Frank Rohde war dieser Einstieg jedoch alles andere als trocken. Informativ und fundiert referierte er über Pumpleistungen, den richtigen Einsatz unterschiedlicher Pumpentypen sowie über wichtige Sicherheitsbestimmungen bei Hochwassereinsätzen. Letzteres ist ihm als engagiertem Truppführer der Fachgruppe N (Notversorgung und Notinstandsetzung) ein besonderes Anliegen: „Die Gefahren an einer Einsatzstelle beim Betrieb von Pumpen sind vielfältig. Am Ende des Einsatzes sollen alle Helferinnen und Helfer sicher nach Hause zurückkehren.“
Den praktischen Teil der Ausbildung absolvierten die Einsatzkräfte am Rheinufer in Rheinhausen. Bevor die Pumpen in Betrieb genommen werden konnten, waren vielfältige Aufgaben zu bewältigen. Zur Stromversorgung wurde ein Aggregat durch vier Helfer in Stellung gebracht. Zwei weitere Helfer sicherten sich mit Leinenverbindung und Schwimmweste an der Spundwand und bereiteten dort die Schlauchanschlüsse vor.
Anschließend wurden zwei Tauchpumpen, gesichert über Leinen, im Rhein versenkt. Eine dritte Pumpe, eine Schmutzwasserpumpe, wurde aufgrund ihres Gewichts mithilfe unseres Ladekrans ins Wasser eingebracht und verblieb während des Betriebs am Kranhaken.
Der Praxisteil verlief erfolgreich: Viele Abläufe konnten gefestigt werden, gleichzeitig zeigten sich auch Punkte, an denen weiter gearbeitet werden kann. Insgesamt war es ein gelungener Ausbildungsdienst.
Kolonne voraus – unsere Bitte an alle Verkehrsteilnehmerinnen und Verkehrsteilnehmer:
Eine Kolonne ist ein geschlossener Verband. Erkennbar ist sie an den blauen Flaggen an der Fahrerseite aller beteiligten Fahrzeuge; das letzte Fahrzeug trägt eine grüne Flagge. Zusätzlich fahren alle Fahrzeuge mit Blaulicht.
Rechtlich gilt die Kolonne als ein Fahrzeug. Das bedeutet: Fährt das erste Fahrzeug bei Grün über eine Ampel, folgen alle weiteren Fahrzeuge – auch dann, wenn die Ampel zwischenzeitlich auf Rot wechselt. Gleiches gilt für den Kreisverkehr: Ist das erste Fahrzeug eingefahren, folgen alle weiteren, selbst wenn sich bereits andere Verkehrsteilnehmer im Kreisverkehr befinden. Die Kolonne hat Vorrang.
Auch auf Landstraßen ist besondere Vorsicht geboten. Möchten Sie eine Kolonne überholen, müssen Sie alle Fahrzeuge überholen, da es sich rechtlich um ein Fahrzeug handelt. In der Praxis reicht die Strecke dafür oft nicht aus. Daher empfehlen wir, entspannt hinter der Kolonne zu bleiben. Ein absolutes Tabu ist das Einscheren zwischen einzelne Fahrzeuge der Kolonne.
Wir danken Ihnen für Ihr Verständnis und die Beachtung dieser Regeln. Damit erleichtern Sie uns unsere Arbeit erheblich. Wir wünschen Ihnen allzeit eine gute und unfallfreie Fahrt.