Zwei mobile Blitzgeräte – sogenannte „Enforcement-Trailer“, hat die Stadt Tuttlingen im Einsatz. Aufgestellt werden sie vor allem an Gefahrenstellen. Sie sorgten dafür, dass im letzten Jahr über 10 000 Geschwindigkeitsverstöße geahndet wurden. Pro Einsatztag waren dies weniger als drei Fälle – was für die Stadt gegen den Vorwurf der „systematischen Abzocke“ spricht.
„Es geht nicht ums Kassieren – es geht um Sicherheit“, stellte Erster Bürgermeister Uwe Keller im Gemeinderat klar, bevor Ordnungsamtsleiterin Katharina Luz die Bilanz der Blitzer vorstellte. Luz nannte in ihrem Bericht auch die klassischen Bereiche, wo die beiden Geräte zum Einsatz kommen: Baustellen, sensible Bereiche wie an Schulwegen oder bei Kindergärten, sowie Stellen, an denen regelmäßig Raser auffallen. Aus diesem Grund werde auch in Straßen ohne besonderes Gefahrenpotential wie der Donaueschinger Straße immer wieder geblitzt. Außerdem reagiert der KOD regelmäßig auf Bürgerbeschwerden. „Man kann das ja auch im Mängelmelder auf der Homepage eintragen“, so Luz.
Im letzten Jahr waren die beiden Trailer an zusammengerechnet 439 Einsatztagen im Betrieb. Dabei wurden insgesamt 9838 Verstöße festgestellt – also weniger als 23 pro Tag. Auch im Vergleich zum Vorjahr, als es noch 10 775 waren, gingen die Zahlen zurück. „Man kann das auch als Resultat der regelmäßigen Messungen betrachten“, so Fachbereichsleiter Benjamin Hirsch. „Es hat sich herumgesprochen, dass in Tuttlingen auch an unerwarteten Stellen geblitzt wird – und die Leute verhalten sich entsprechend. Das ist ja auch Sinn der Sache.“ Auch für OB Michael Beck zeigen diese Zahlen eindeutig, dass es nicht ums vielzitierte „Abzocken“ geht: „Würden wir die Geräte so platzieren, dass möglichst viele Fahrer in die Falle tappen, hätten wir hier andere Zahlen.“
Noch seltener als die Enforcement-Trailer lösten die stationären Blitzer aus: Die Geräte in der Stuttgarter Straße, an der Kreuzung B 14 sowie der Theodor-Heuss-Allee dokumentierten insgesamt 2018 Tempoverstöße. Krasse Einzelfälle gab es trotzdem: So wurde ein Fahrer in der Donaueschinger Straße mit 195 Stundenkilometer geblitzt – erlaubt wären dort gerade mal 70 gewesen.
Aus diesen Gründen wird die Stadt auch künftig die Einsätze der Enforcement-Trailer nicht ankündigen: „Das wäre nicht zielführend“, so Katharina Luz in der Sitzung. „Dann wird nämlich – wie bei den stationären Geräten – kurz davor gebremst und dann wieder Gas gegeben.“ Einen Tipp, wie man sich vor Blitzern schützen kann, hat sie trotzdem: „Einfach an die Regeln halten.“


