Ein unwirtschaftlicher Wärmepreis und die fehlende Zusicherung einer ausreichenden Wärmeleistung bringen das Aus für die Fernwärme (Geothermie) aus Graben-Neudorf
Der Gemeinderat hat mit den Stimmen der CDU-Fraktion beschlossen, aus der „Projektentwicklungsgesellschaft (PEG) Regionaler Wärmeverbund“ auszuscheiden. Ziel dieser Gesellschaft war, die Nutzungsmöglichkeit einer regionaler Tiefen-Geothermie zu analysieren und zu bewerten.
Hierfür hat die PEG rund 577.000 € investiert. Forst war mit einer Kapitaleinlage von 47.000 € beteiligt. Nach dem nun vorgelegten Bericht müssen wir uns von der Realisierung einer regionalen Wärmeversorgung, die machbar und wirtschaftlich tragfähig sein sollte, verabschieden. Die ursprünglich von der Deutschen Erdwärme zugesagte Wärmeleistung aus der Geothermie-Anlage in Graben-Neudorf konnte nicht verbindlich zugesagt werden. Außerdem ist der aktuell angebotene Wärmepreise für uns unwirtschaftlich. Der Traum von einer - insbesondere durch die Umwelt- und Energieagentur präferierten - Wärme- und Stromversorgung im Landkreis vorrangig durch die Geothermie abzudecken, ist zumindest in der erwarteten Größenordnung geplatzt. Es war die Rede von einem „schlafenden Riesen“, was auf ein „gigantische Energiepotenzial“, das es nur auszuschöpfen gelte, hinweisen sollte - nun schläft der Riese weiter.
Die Nutzung der geplanten Tiefengeothermie in Graben-Neudorf zum Aufbau eines regionalen Heimnetzes ist derzeit und wohl auch bis auf Weiteres nicht umsetzbar. Alle zehn teilnehmenden Umlandgemeinden haben entschieden, aus dem Projekt auszusteigen. Die Gemeinde Forst erhält ca. 8.000 € zurück. Die Geothermie allgemein als regenerative Energie ist hierdurch allerdings nicht vom Tisch. Ob die Geothermie-Anlage im benachbarten Bruchsal für Forst eine Rolle spielen kann, ist noch völlig offen. Unser Blick fokussiert sich jedenfalls zunächst auf unsere eigene Wärmeplanung in der Gemeinde.
Manfred Häffner, Fraktionsvorsitzender
Für Sie im Gemeinderat:
Monika Mohr, Iris Bruns-Riehl, Stefan Ay, Martin Böser, Dr. Eberhard Prinz, Matthias Sparn