
Früher hatte man am Barbaratag, dem 4. Dezember, Zweige von Obstbäumen geschnitten und im Zimmer in einer Vase aufgestellt. Um die Weihnachtszeit öffneten sich die ersten Blüten, die als Sinnbild für den Fortgang des Lebens standen. Seit etlichen Jahren schon blühen die Barbarazweige nicht mehr zuverlässig auf. Bedingt durch den Klimawandel tritt bei uns der Winter inzwischen deutlich später ein und die Temperaturen liegen höher. Bis Anfang Dezember war es noch nicht lange genug kalt gewesen. Apfelbäume brauchen etwa sechs Wochen mit Temperaturen unter 6°C. Erst danach blühen die Blütenknospen auf, wenn sie in die Wärme kommen.
Damit die Zweige wirklich aufblühen, sollte man sie einige Zeit später schneiden: Anfang Januar geschnittene Zweige blühen im Februar spektakulär auf, wenn es zuvor lange genug kalt gewesen ist.
Das gelingt zum Beispiel mit Zweigen von Kirschen, Zwetschgen, Forsythien, Weiß- und Rotdorn.
Der immer öfter zu beobachtende Wechsel von tiefen und ungewohnt hohen Temperaturen bringt die natürlichen Rhythmen durcheinander. Zum Beispiel hatten im Oktober einige Zierkirschen geblüht. Wenn jetzt nach dem Frost der vorigen Woche wieder milde Witterung eingetreten ist, kann es sein, dass Knospen empfindlicher Gewächse mit dem Austrieb beginnen und dann leicht erfrieren, wenn es wieder kälter wird.
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Agnes Pahler


