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Bombenevakuierung in Pforzheim: DRK OV Tiefenbronn Teil eines Großeinsatzes

Ein außergewöhnlicher Großeinsatz hat am vergangenen Wochenende zahlreiche Einsatzkräfte aus ganz Baden-Württemberg gefordert. Anlass war der Fund...
NotunterkunftFoto: DRK Tiefenbronn

Ein außergewöhnlicher Großeinsatz hat am vergangenen Wochenende zahlreiche Einsatzkräfte aus ganz Baden-Württemberg gefordert. Anlass war der Fund einer 1,8 Tonnen schweren britischen Weltkriegsbombe in Pforzheim. Für die notwendige Entschärfung musste ein Evakuierungsradius von 1,5 Kilometern eingerichtet werden. Rund 27.000 Menschen waren von der Evakuierung betroffen – damit zählt der Einsatz zu den größten Evakuierungsmaßnahmen in Deutschland und gilt als die viertgrößte Bombenevakuierung bundesweit.

Bereits unmittelbar nach dem Bombenfund am Mittwoch liefen die umfangreichen Planungen der Behörden und Hilfsorganisationen an. Auch der DRK Ortsverein Tiefenbronn wurde frühzeitig in die Vorbereitungen eingebunden. Der Einsatz begann für die Helferinnen und Helfer des Ortsvereins am Samstagmorgen um 8 Uhr mit dem Aufbau von Notunterkünften.

Insgesamt sieben Einsatzkräfte des DRK OV Tiefenbronn unterstützten zunächst die Vorbereitungsmaßnahmen. Fünf Helferinnen und Helfer wurden nach Dillweißenstein entsandt, wo in einer Sporthalle eine Notunterkunft für bis zu 300 betroffene Personen eingerichtet wurde. Dort mussten Schlafmöglichkeiten vorbereitet, Versorgungsbereiche aufgebaut sowie die organisatorischen Abläufe geplant werden.

Zwei weitere Helfer waren parallel in Huchenfeld gemeinsam mit dem Technischen Hilfswerk (THW) im Einsatz. Dort wurde vorsorglich weiteres Material bereitgestellt, um bei Bedarf kurzfristig eine zusätzliche Notunterkunft in Betrieb nehmen zu können. Durch diese vorbereitenden Maßnahmen konnte flexibel auf mögliche Entwicklungen während der Evakuierung reagiert werden.

Am Sonntag begann schließlich die eigentliche Evakuierung der Bevölkerung. Auf dem Messplatz in Pforzheim wurde ein zentraler Bereitstellungsraum sowie ein Meldekopf eingerichtet. Insgesamt waren 1.504 Einsatzkräfte von Feuerwehr, Polizei, THW, Deutschem Roten Kreuz, Malteser Hilfsdienst, Arbeiter-Samariter-Bund und weiteren Organisationen beteiligt.

Allein aus dem Bereich der sogenannten „weißen Fraktion“, also den Hilfsorganisationen des Sanitäts- und Betreuungsdienstes, waren rund 600 Einsatzkräfte sowie etwa 200 Fahrzeuge im Einsatz. Gemeinsam mit acht Einsatzeinheiten, davon vier aus dem Raum Pforzheim/Enzkreis, wurde die Betreuung der Bevölkerung in mehreren Schichten sichergestellt. Insgesamt konnten rund 900 Menschen in den Notunterkünften betreut und etwa 2.300 Verpflegungen ausgegeben werden.

Der DRK OV Tiefenbronn war während des Einsatzes mit insgesamt zehn Helferinnen und Helfern aktiv beteiligt. Ein Team unterstützte mit dem vereinseigenen Notfall-KTW die Evakuierung von Pflegeheimen. Dabei wurden Bewohnerinnen und Bewohner sicher aus dem Gefahrenbereich transportiert und nach erfolgreicher Entschärfung der Bombe wieder zurück in ihre Einrichtungen gebracht.

Die übrigen Einsatzkräfte des Ortsvereins übernahmen in der Notunterkunft in Dillweißenstein wichtige Aufgaben in der Registrierung, Betreuung und Verpflegung der betroffenen Bürgerinnen und Bürger. Besonders für ältere Menschen oder Familien bedeutete die Evakuierung eine außergewöhnliche Belastung, weshalb neben der organisatorischen Betreuung auch das persönliche Gespräch und die Unterstützung vor Ort eine wichtige Rolle spielten.

Der Einsatz verlief insgesamt ruhig und koordiniert. Die enge Zusammenarbeit aller beteiligten Organisationen funktionierte reibungslos und zeigte eindrucksvoll, wie leistungsfähig der Bevölkerungsschutz in Baden-Württemberg aufgestellt ist.

Der DRK OV Tiefenbronn bedankt sich ausdrücklich bei allen Helferinnen und Helfern sowie bei sämtlichen beteiligten Organisationen für die hervorragende Zusammenarbeit, den hohen Einsatzwillen und das große ehrenamtliche Engagement während dieses außergewöhnlichen Wochenendes.

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Mitteilungsblatt Tiefenbronn
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Ausgabe 21/2026
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