Mit den ersten warmen Sommertagen beginnt die Flug- und Fraßzeit der Borkenkäfer. Besonders betroffen ist die Fichte – und damit viele Privatwälder in der Region. Die Käfer befallen liegendes Fichtenholz, z. B. nach Sturmwurf oder Schneebruch, aber auch stehende Fichten. Sie bohren sich unter die Rinde, legen dort ihre Eier ab, und innerhalb weniger Wochen entwickeln sich daraus neue Käfer. Dabei werden die Nährstoffleitungsbahnen des Baumes zerstört – die Fichte stirbt ab. Das Holz verliert deutlich an Wert. Gleichzeitig können die neu entwickelten Käfer weitere Bäume im eigenen Wald sowie in den Nachbarbeständen befallen. Wird dieser Prozess nicht durch aktives Handeln gestoppt, kann eine Massenvermehrung zum großflächigen Absterben der Bäume führen.
Von der Eiablage bis zum Ausflug der Jungkäfer vergehen je nach Witterung nur etwa vier bis sechs Wochen. Für Privatwaldbesitzende heißt das: In den Sommermonaten sollte der eigene Wald, insbesondere Fichtenbestände, etwa alle zwei Wochen kontrolliert werden. Wer Anzeichen eines Befalls sieht, sollte schnell handeln. Typische Merkmale sind feines, braunes Bohrmehl am Stammfuß oder auf der Rinde, herabfallende, noch grüne Nadeln und kleinere Rindenstücke. Verfärbt sich die Krone rötlich, ist der Befall meist bereits weit fortgeschritten.
Wird ein Befall festgestellt, sollten betroffene Fichten möglichst umgehend gefällt und das Holz zügig aus dem Wald abgefahren werden. Alternativ können Stämme entrindet werden; so wird die Entwicklung der Käfer unter der Rinde gestoppt. Privatwaldbesitzende sind mit dieser Aufgabe nicht allein: Die Forstrevierleiterinnen und Forstrevierleiter unterstützen bei der Holzaufarbeitung und der Vermarktung. Wer unsicher ist, ob ein Baum befallen ist, sollte frühzeitig Kontakt mit der zuständigen Forstrevierleitung aufnehmen. Der Förster bzw. die Försterin kann beurteilen, ob ein Befall vorliegt.Die Kontaktdaten der Revierleitungen sind auf der Webseite des Fachbereich Forst unter www.landkreis-sigmaringen.de/forstreviere zu finden.