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Brauner Bär

Nein, Bären wurden in Wiesenbach die letzten 100 Jahre nicht gesichtet. Mir geht es hier um einen Nachtfalter namens Brauner Bär. Nein, den Braunen Bären...
Brauner Bär mit Vorder- und HinterflügelnFoto: Pia Rittlinsbacher

Nein, Bären wurden in Wiesenbach die letzten 100 Jahre nicht gesichtet. Mir geht es hier um einen Nachtfalter namens Brauner Bär. Nein, den Braunen Bären werden Sie jetzt im Februar natürlich auch nicht fliegen sehen. Warum also sollte ich jetzt gerade über ihn schreiben? Den Anlass lieferte mir die Schmetterlingsexpertin Jutta Bastian in Form einer spannenden wissenschaftlichen Studie. Die untersuchte Veränderungen im Vorkommen vieler Nachtfalterarten in Baden-Württemberg. Der Datensatz stammt aus den letzten 50 Jahren, dazu wurden an 40 Standorten mit den immer gleichen Methoden die Vorkommen von Nachtfaltern erfasst und statistisch ausgewertet.

Ergebnis in Sachen Artenvielfalt: Manche Arten sind neu eingewandert, im Wesentlichen wärmeliebende Arten mit wenig speziellen ökologischen Ansprüchen (sozusagen „Allerweltsarten“ aus südlich angrenzenden Regionen). Weniger geworden bzw. verschwunden sind Nachtfalter, die nur in besonderen Biotopen überleben können, zum Beispiel in feuchten Wiesen. Genau, Sie verstehen: Der Braune Bär braucht feuchte naturnahe Wiesen!

Ja, der Braune Bär kommt bei uns in der Gegend noch vor, ist aber bedroht aus gleich zwei Richtungen: Feuchte Wiesen bleiben dank Klimawandel halt nicht mehr lange feucht. Und naturnah sind sie nur noch selten, vor allem in naturgeschützten Flächen.

Der Braune Bär hat eine Spannweite von 45 bis 65 Millimetern. Die Vorderflügel sind braun mit einem weißen großmaschigem Netzmuster und länglichen Flecken. Die Hinterflügel sind zinnoberrot mit großen, schwarzen oder auch schwarz gerandeten blauen Punkten. Zweck der Farben: Kommt eine Meise an einen Baumstamm und sieht einen Braunen Bären darauf sitzen, der normalerweise die Hinterflügel unter die Vorderflügel einklappt. „Mhhhm, lecker!“ denkt die Meise und will zugreifen. Aber plötzlich starren sie zwei blaue Augen an! Nix wie weg! Und sollte die Meise doch fressen, kriegt sie ein Gift aus der Körperflüssigkeit des Falters ab. Das vergisst sie nie mehr.

Der Braune Bär steht also für viele spezialisierte Insektenarten, die wegen Klimawandel und immer intensiverer Landwirtschaft auszusterben drohen.

Mehr Nachtfalter- und überhaupt Insektenarten wünscht sich der BUND Wiesenbach Ulrich Buck

Erscheinung
Gemeindenachrichten Amtsblatt der Gemeinden Bammental, Wiesenbach und Gaiberg
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Ausgabe 09/2026
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