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Nachzucht der gefährdeten Art erwartet

Brillenbär José ist in der Wilhelma Stuttgart eingezogen

In der Wilhelma in Stuttgart hat ein männlicher Brillenbär ein neues Zuhause gefunden.
Brandneu: Brillenbär José ist Ende Mai 2026 in der Wilhelma Stuttgart eingezogen.Foto: Wilhelma Stuttgart/Birger Meierjohann

Ende Mai 2026 ist der 18 Jahre alte José aus dem ungarischen Sóstó Zoo im Zoologisch-Botanischen Garten Wilhelma Stuttgart eingezogen.

Vorsichtig herantasten

Nach einigen Tagen Eingewöhnung hat er mittlerweile begonnen, seine Anlage zu erkunden. Von dort nimmt er bereits Blick- und Geruchskontakt zu seiner achtjährigen Artgenossin Suyana auf. Noch halten sich beide Tiere in separaten Bereichen auf – aber das könnte sich bald ändern.

Hohe Erwartungen

Volker Grün, Leiter des Fachbereichs Zoologie in der Wilhelma, erklärt: „Unser Ziel ist es, mit dem Brillenbär-Männchen José und unserem Weibchen Suyana einen Beitrag zur Nachzucht dieser gefährdeten Art zu erzielen. In der Natur kommen beide Geschlechter in der Regel nur zur Paarung zusammen und leben den Rest des Jahres einzelgängerisch. Da unsere Anlage aus drei separaten Bereichen besteht, die bei Bedarf miteinander verbunden werden können, bieten wir dafür beste Voraussetzungen. Zunächst lassen wir José aber ausreichend Zeit, seine Anlage in Ruhe kennenzulernen und sich einzugewöhnen.“

Bisher war die Nachzucht erfolglos

Im Frühjahr 2025 gab es zuletzt einen Zuchtversuch bei den Brillenbären in der Wilhelma: Damals war das Männchen Hubärt aus der österreichischen Tierwelt Herberstein für rund zwei Monate zu Besuch im Zoologisch-Botanischen Garten. Die Zusammenführung mit Suyana erschien zunächst vielversprechend. Mehrfach kam es zu Paarungen, die leider dennoch nicht zum gewünschten Erfolg führten. Umso größer ist die Hoffnung, dass die Nachzucht mit José, der dauerhaft in der Wilhelma bleiben soll, besser klappen wird.

Aufmerksam und neugierig überblickt José sein neues Zuhause.Foto: Wilhelma Stuttgart/Birger Meierjohann

Über Brillenbären

Bei Brillenbären handelt es sich um die einzige Bärenart Südamerikas. Ihren Lebensraum bilden sowohl Bergwälder als auch Trockenlandschaften in und entlang der Anden und ihrer Ausläufer, von Venezuela bis nach Bolivien. Aufgrund ihres Verbreitungsgebietes nennt man sie auch „Andenbären“. Der Namen „Brillenbär“ nimmt Bezug auf die markante, helle Gesichtszeichnung, die individuell sehr unterschiedlich ausgeprägt sein kann.

Viel Grün sorgt für eine naturnahe Umgebung.Foto: Wilhelma Stuttgart/Birger Meierjohann

Kein Platz zum Leben

Wilhelma-Direktor Dr. Thomas Kölpin macht deutlich, warum sich Zoos für die Zucht von Brillenbären einsetzen: „Aufgrund von Habitatverlust, vor allem bedingt durch fortschreitende landwirtschaftliche und bergbauliche Inanspruchnahme seiner Lebensräume, aber auch durch illegale Nachstellung, gilt der Brillenbär laut Weltnaturschutzunion IUCN als gefährdete Art. Umso wichtiger ist der Erhalt einer Reservepopulation in menschlicher Obhut, was durch ein Ex Situ-Programm des Europäischen Zooverband EAZA gewährleistet wird, an dem auch die Wilhelma teilnimmt.“

Die Brillenbärenanlage der Wilhelma ist abwechslungsreich gestaltet mit Felsen und einem Wasserbecken.Foto: Wilhelma Stuttgart/Birger Meierjohann

Spendengelder für Wiederaufbau

In Ecuador leiste die Wilhelma außerdem einen direkten Beitrag für den Schutz der natürlichen Lebensräume, nicht nur des Brillenbären, sondern unzähliger weiterer Tier- und Pflanzenarten: Seit 2020 hat der Zoologisch-Botanische Garten mit Hilfe des von den Besucherinnen und Besuchern über den Wilhelma-Eintritt entrichteten Artenschutz-Euro sowie mit Mitteln des Vereins der Freunde und Förderer der Wilhelma über 700.000 Euro in den Erwerb von Landflächen in Ecuador investiert. Auf diese Weise konnte der dortige Kooperationspartner, die NGO Jocotoco, dabei unterstützt werden, Regenwälder zu schützen, ehemals gerodete Flächen wieder aufzuforsten und Biotope miteinander zu vernetzen.

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exklusiv online
von pm/red
01.06.2026
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