Nadia Ayche, die seit 25 Jahren mit ihrer Familie in der Nähe ihrer Geburtsstadt Karlsruhe lebt, kennt Erfolg, Bühne und Öffentlichkeit. Sie trat bei Rudi Carrells Show „Das Goldene Mikrofon“ und Dieter Bohlens „Das Supertalent“ auf, war Sängerin bei der erfolgreichen Band Mr. President („Coco Jambo“), Musicaldarstellerin in Miss Saigon, Moderatorin – und nach einer Ausbildung zur Polizistin zwei Jahre lang in Heidelberg im Einsatz. Sie spielte schon früh Klavier, nahm später in Hamburg klassischen Gesangs-, Tanz- und Schauspielunterricht, komponierte eigene Songs.
Ein Multitalent mit dem Antrieb und Lebensmotto: handeln, dranbleiben, helfen. Als im Jahr 2021 die Flutkatastrophe das Ahrtal in Rheinland-Pfalz verwüstete und 135 Menschen durch das Hochwasser direkt ums Leben kamen, organisierte sie dank vieler Netzwerke Soforthilfe, tröstete Betroffene und koordinierte Spenden. Im Jahre 2021 gründete die damals 46-jährige Powerfrau ein Patenschaftsnetzwerk, um den Betroffenen unbürokratisch zu helfen und hat bis heute mehr als 2,5 Millionen Euro Spendengelder direkt und nahbar vermittelt. Zusammen mit der Yoga-Lehrerin und Journalistin Ewa Drexler nahm sie die Charity-CD „We AHR the Children“ mit Entspannungsübungen und von ihr komponierten Kinderliedern auf und sagt: „So konnten wir den Kindern im Ahrtal Lichtmomente geben, denn das Album wurde an Kitas und Schulen verschenkt.“
Für ihren jahrelangen Einsatz, der zur Lebensaufgabe wurde, hatte sie bereits die Verdienstmedaille des Landes Rheinland-Pfalz sowie den Bürgerpreis für vorbildliches, ehrenamtliches Engagement erhalten. Doch das von Haltung und Mitgefühl geprägte leidenschaftliche Einbringen hatte einen Preis, denn er führte zu einem schweren Burn-out. Jetzt hat die Songwriterin mit den vielen Stimmen und der großen Menschenkenntnis, die auch als Vocalcoach arbeitet und sagt: „Es braucht keinen fertigen Plan. Nur Mut, einfach mal was zu machen“, ein Buch mit dem Titel „Einfach mal machen – Loslegen. Scheitern. Und wieder mutig sein“ geschrieben.
Das 240-seitige Lesewerk wird im Bonifatius-Verlag Paderborn am 18. Juni veröffentlicht. Schonungslos und ehrlich erzählt sie von ihrem Einsatz im Ahrtal, von ihrer Krise, dem Erschüttertsein der eigenen Identität und von ihrem Weg zurück ins Leben. Ihr Leitgedanke wird zum Perspektivwechsel: einfach mal (nichts) machen. Sie zeigt, wie Selbstfürsorge, das Setzen von Grenzen, neue Routinen und Gottvertrauen dabei helfen können, im Leben wieder mutig zu sein – trotz Angst, Zweifel und Widerständen. Ein persönlicher Erfahrungsbericht über Resilienz, Krisenbewältigung, Selbstfindung und Neuanfang – für alle, die Vertrauen, Hoffnung und innere Stärke zurückgewinnen wollen. „Echte Veränderung beginnt bei sich selber“, sagt Nadia Ayche. Sie selbst war schon immer in zwei verschiedenen Welten zu Hause. Ihr Vater kommt aus Marokko, die Mutter ist Deutsche.
Auch davon, von ihrer Identitätssuche sowie einem ganz besonderen Festival in Essaouira, wo sie einst auf der Bühne Lieder in arabischer und französischer Sprache sang, erzählt das spannend geschriebene autobiografische Mutmach-Buch, das einen bis zur letzten Zeile fesselt. Das Motto: Raus aus der Komfortzone, rein ins Handeln. Bürokratische Hürden überwinden. Kleine Schritte, die Großes verändern und bewirken. (hjo)
Nadia Ayche: „Einfach mal machen – Loslegen. Scheitern. Und wieder mutig sein.“ Bonifatius-Verlag Paderborn, 240 Seiten, 13,5x21,5 cm, Erscheinungsdatum: 18. Juni 2026. 20 Euro, ISBN 978-3-98790-128-7, E-Book: ISBN 978-3-98700-975-7



