
Acht Einrichtungen in Hirschberg erinnern gemeinsam an die Bücherverbrennung im Mai 1933, als die Nationalsozialisten unliebsame Werke öffentlich verbrannten und Berufsverbote verhängten. Während in den vergangenen Jahren bei dieser Gedenkreihe jeweils unterschiedliche Berufsgruppen im Fokus standen, widmet sie sich in diesem Jahr drei Schriftstellerinnen. Ihre Biografien und Werke werden in Lesungen vorgestellt und vom Pianisten Jens Schlichting musikalisch begleitet.
Als die Nationalsozialisten 1933 die Macht übernahmen, begannen sie umgehend damit, alle Bereiche des gesellschaftlichen Lebens ihrer Ideologie zu unterwerfen. Kunst, Film, Rundfunk, Presse, Wissenschaft, Religionsgemeinschaften und Literatur wurden gleichgeschaltet. Zwischen März und November 1933 fanden in Deutschland mehr als hundert Bücherverbrennungen statt. Auffällig ist: Weibliche Autorinnen wurden bei diesen Aktionen namentlich meist nicht genannt – zeitgenössische Schriftstellerinnen galten als nicht bekannt oder nicht relevant genug. Zudem passten sie nicht in das nationalsozialistische Weltbild, das Frauen auf die Rolle von Hausfrau und Mutter reduzierte.
Dennoch finden sich 237 Namen von Autorinnen auf den Listen des „schädlichen und unerwünschten Schrifttums“. Dazu zählen Adrienne Thomas, die sich mit dem Ersten Weltkrieg aus weiblicher Sicht auseinandersetzte, Gertrud Kolmar, eine Lyrikerin von großer sprachlicher Virtuosität und Expressivität, sowie Irmgard Keun, die als schreibende Frau mit Humor und scharfem Blick für gesellschaftliche Missstände bekannt wurde.
Organisiert wird die Veranstaltung gemeinsam vom Arbeitskreis Ehemalige Synagoge Leutershausen, dem Förderkreis Olympia-Kino, der Gemeindebücherei Hirschberg, der Katholischen Öffentlichen Bücherei, dem Klavierstudio Hirschberg, dem Lernzentrum CAPiTO, dem Runden Tisch Asyl und der Volkshochschule Badische Bergstraße. Der Eintritt ist frei, Spenden sind wllkommen.


