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Bürgerheim erhält nachträgliches Geschenk zum Einzug

„Die Linien des Lebens und der Engel“
Foto: Eva Gutzan

Ende März durfte sich das Bürgerheim über ein verspätetes Geschenk zum Einzug freuen: ein dreiteiliges Bild auf Keilrahmen mit Acrylfarben und Goldlack, das eigens in Auftrag gegeben worden war. Am 27. März überreichte der Vorstand des Ambulanten Hospizdienstes Weil der Stadt e.V., vertreten durch die zweite Vorsitzende, Maria Latt, Walter Stephan, Eva Gutzan und Viola Sautter, das Kunstwerk, das eine besondere Geschichte hat.

Da die Kapelle des Bürgerheims, ein beliebter Ort für Andacht und Gottesdienst, „Zu den Heiligen Engeln“ heißt, lag es nahe, die beauftragten Bilder dem Thema „Engel“ zu widmen. Die passenden Künstlerinnen standen schnell fest: Die Weil der Städter Zwillinge Anna und Marie Thulfaut sind blind und leiden an Neuronaler Ceroid-Lipofuszinose (NCL), umgangssprachlich „Kinderdemenz“ genannt. Trotzdem gestalten sie unter der pädagogischen und künstlerischen Begleitung von Dorothee Sultze und Anne Hofmann staunenswerte Werke. Viele erinnern sich gerne an ihre farbenfrohen Bilder der Ausstellung „Zwei Stück Engel“ im letzten Jahr. 

Inspiriert von einem Gedicht

Inspiriert vom schwäbischen Dichter Friedrich Hölderlin, stellten die Malerinnen zunächst die „Linien des Lebens“ im Hintergrund dar. Die Schutzengel im Vordergrund wurden erst abgetastet, dann bemalt und zuletzt aufgeklebt. Ergänzt wurde die Komposition durch einen Mittelteil, auf dem Licht und Himmel auf beide Bilder ausstrahlen. Die Verbindungen zwischen den Schutzengeln waren den Künstlerinnen ganz wichtig. Niemand sei alleine auf dieser Welt, erklärten sie. So entstand der Titel des Kunstwerks: „Die Linien des Lebens und der Engel“.

Thekla Thiede-Werner, Verbundleitung, und Michael Elsner, Hausleitung, freuen sich sehr, dass dieses gelungene Kunstwerk nun den Eingang der Kapelle schmückt. Der Vater der Mädchen, Christian Thulfaut, nahm eine Spende des Ambulanten Hospizdienst Weil der Stadt entgegen. Er ist Vorsitzender des Selbsthilfevereins NCL-Deutschland, der Familien unterstützt, deren Kinder an „Kinderdemenz“ erkrankt sind. Und auch die jungen Künstlerinnen Anna und Marie konnten sich über eine Belohnung für ihre Arbeit freuen: Als Dankeschön erhielten sie jeweils einen Gutschein für einen Besuch in der Eisdiele mit der ganzen Familie. 

Weitere Informationen unter www.ncl-deutschland.de

Die Linien des Lebens sind verschieden,wie Wege sind und wie der Berge Grenzen.Was hier wir sind, kann dort ein Gott ergänzen.Mit Harmonien und ewigem Lohn und Frieden.

F. Hölderlin, 1812

Erscheinung
exklusiv online
von Redaktion NUSSBAUMTEST
18.05.2026
Orte
Weil der Stadt