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BUND: „Frühling immer früher und kürzer – Natur braucht gerade jetzt Rücksichtnahme“

Obwohl es im Januar einige kurzzeitige Kälteeinbrüche gab, war der Winter insgesamt überdurchschnittlich mild. Die Daten des europäischen Klimadienstes...

Obwohl es im Januar einige kurzzeitige Kälteeinbrüche gab, war der Winter insgesamt überdurchschnittlich mild. Die Daten des europäischen Klimadienstes Copernicus zeigen, dass 2025 das drittwärmste Jahr seit Aufzeichnungsbeginn war. Europa ist der Kontinent, der sich am schnellsten aufheizt. Das führt nach Kenntnis des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) zu einer Verschiebung der Jahreszeiten.

„Der Frühling beginnt durch die Klimaerhitzung immer früher und ist kürzer“, so Stefan Flaig, der Vorsitzende des BUND-Kreisverbands Ludwigsburg. Die Vegetation entwickelt sich bis zu zwei Wochen früher als in der Zeit vor der menschengemachten Klimaerhitzung. So habe der BUND festgestellt, dass eine ganze Reihe von Frühlingsboten, wie etwa die Winterlinge bereits Ende Januar ausgetrieben haben, aber nach

kurzer Zeit schon verblüht waren. Ähnlich sah es bei den Schneeglöckchen und den Krokussen aus.

Die jahreszeitlichen Verschiebungen bringen ökologische Prozesse aus dem Takt.

Tiere und Pflanzen, die sich auf bestimmte saisonale Signale verlassen (z. B. Zugvögel oder Bestäuber), sind plötzlich Nahrungsmangel oder Fortpflanzungsproblemen ausgesetzt. Die Menschen freuen sich über die ersten warmen Tage, aber die Natur steht unter Stress. Um ihr zu helfen, gibt der BUND hier einige nützliche Hinweise.

Vögel brauchen während der Aufzucht eiweißreiches Futter

Viele Vögel beginnen mit der Revierbildung und der Brutgeschäfte heute schon Mitte Februar, wenn es noch keine Insekten für die Aufzucht der Jungen gibt. Auch für die Produktion der Eier benötigen sie Eiweiß. Da die Insektenpopulationen im großen Umfang eingebrochen sind, legen viele Vögel keine Eier oder ihre Jungen verhungern, wenn die Vogeleltern keine Insekten finden. Deshalb empfiehlt der BUND gerade jetzt das Zufüttern mit Vogelfutter, dem Insekten beigemengt sind.

Natur hat in der Vegetationszeit Ruhe verdient

Natur soll während des Frühlings und des Sommers – also in der Vegetationsperiode – möglichst in Ruhe gelassen werden. Störungen und Schädigungen wirken sich in dieser Zeit besonders gravierend aus.

Radikaler Baumschnitt ist out

Die Motorsäge hat erst mal ausgedient, denn vom 1. März bis zum 30. September ist Vogelschutzzeit, und radikale Maßnahmen wie das Abschneiden, Fällen oder Roden von Bäumen und Hecken sind verboten. Form- und Pflegeschnitte sind jedoch erlaubt. Vor dem Pflegeschnitt einer Hecke sollte man jedoch auf belegte Nester achten. Wenn man ein Nest oder einen brütenden Vogel entdeckt, muss man den Heckenschnitt verschieben.

Die Natur braucht keinen Frühjahrsputz

Insbesondere im schwäbischen Haushalt ist der Frühjahrsputz gang und gäbe. Traditionell wird die Wohnung von Schmutz gesäubert. Das mag für Innenräume gut und richtig sein. In der Natur ist das nicht nötig. (PRESSESERVICE 19. März 2026).

Oft veranstalten Gemeinden und Vereine im Frühjahr sogenannte Markungsputzeten, bei denen die Helfer in die Natur ausschwärmen, um Müll und Unrat einzusammeln. Diese Arbeiten stören brütende Vögel und Aufzuchten anderer Tiere, und die frisch sprießenden Kräuter und Blumen werden zertrampelt. Solche Arbeiten sollten grundsätzlich im Oktober stattfinden, wenn die Lebewesen ihre Reproduktion abgeschlossen haben.

Frühlingsblumen ausblühen und aussamen lassen

Im Rasen und auf kurz geschorenen Wiesen zeigen sich im zeitigen Frühjahr die sogenannten Frühlingsblüher wie Gänseblümchen, Veilchen, Scharbockskraut, Primeln, Gamander-Ehrenpreis, Vergissmeinnicht oder Wiesenschaumkraut. Sie erfüllen im Ökosystem eine wichtige Rolle, indem sie Nektar und Pollen für die gerade erwachten Wildbienen, Schmetterlinge und andere Insekten bieten. Diese sind nach dem langen Winter und für die Aufzucht ihres Nachwuchses dringend auf diese erste Futterquelle angewiesen.

Deshalb der Appell an die Bewirtschafter von Gärten und Freizeitgrundstücken: Lassen Sie die ersten Blumen im Jahr ausblühen, indem sie den ersten Schnitt nach hinten verschieben oder lassen sie im Rasen eine Blumeninsel stehen. Auch Löwenzahn sollte ausblühen dürfen, muss aber nach dem Blühen gemäht werden, um Samenflug zu vermeiden, empfiehlt der BUND in seiner Mitteilung.

Erscheinung
Amtsblatt Affalterbach
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Ausgabe 17/2026
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