Jedes Jahr am Laetare-Sonntag zieht der Mosbacher Sommertagszug durch die Straßen der Altstadt. Das Traditionsfest fand auch in diesem Jahr wieder vollen Anklang – besonders bei den Kindern, die mit bunten Kostümen und gebastelten Brezelstecken den Umzug vom Landratsamt bis zum Mosbacher Marktplatz unternahmen.
Bereits seit 1537 wird nun der Sommertagszug in Mosbach gefeiert. Das wisse man, so ließ Oberbürgermeister Julian Stipp amüsiert verlauten, weil es die zum Fest gehörenden Rechnungen im Stadtarchiv aus dieser Zeit belegen.
Stipp begrüßte die Besucher des gut gefüllten Marktplatzes herzlich von der dort aufgebauten Bühne. Wie alle anwesenden Mitglieder des Gemeinderates sowie des Senioren- und Jugendgemeinderates trug der Rathauschef entsprechend der überlieferten Tradition einen Sonnenhut aus Stroh, der auf das Ende des Winters hindeuten sollte. Die Sonne ließ dabei in diesem Jahr noch etwas auf sich warten – das Wetter während des Umzugs doch eher frisch und bedeckt. Davon ließen sich jedoch die zahlreichen Kinder, ihre Teilnahme organisiert durch die Schulen im Stadtgebiet, nicht abhalten und stellten mit Blumen, Regenbögen, Marienkäfern und vielen weiteren bunten Basteleien den Beginn des Frühlings dar.
Auf den Spitzen ihrer Sommertagsstecken waren zahlreiche Hefebrezeln angebracht, das Symbol des Sommertagsumzuges. Zuständig für die Sommertagsbrezeln war die Bäcker-Innung Neckar-Odenwald. Mitgebracht hatten die Handwerker auch die riesige Sommertagsbrezel, die den stolzen Zug – umgeben von den Fahnenträgern – anführte. Direkt im Anschluss waren die mannshohen Stroh- und Tannenbutzen zu betrachten, die bunt geschmückt den Winter im Stroh und den Frühling in den grünen Nadeln repräsentierten. Für die musikalische Begleitung des Umzuges sorgten der Spielmannszug Lorbach sowie die Stadtkapelle Mosbach. Am Marktplatz angekommen wurde der Zug in Empfang genommen von den elfenhaften Stelzenläuferinnen der Showgruppe „artArtistica“.
Musikalisch ging es im Programm weiter: „Winter ade“, „Stri Stra Stroh“ und das „Summerdagslied“ gehörten obligatorisch dazu. So luden die Kinder des Singkreises Mosbach gemeinsam mit den Gemeinderäten zum Mitsingen ein und besiegelten damit den symbolischen Abschied von der dunklen Jahreszeit. Auf der Bühne läutete die Ballettschule Eva Holzschuh mit einer Reihe ganz verschiedener, bunter Tänzen den Frühling ein.
Das Highlight des Sommertagszuges ist jedoch stets die Verbrennung des Strohbutzen und die damit verbundene, symbolische Vertreibung des Winters. Hierfür versammelten sich die Zuschauer in einem weiten Kreis vor der Stiftskirche St. Juliana, wo OB Stipp und Bürgermeister Patrick Rickenbrot gemeinsam und unter Aufsicht der Mosbacher Feuerwehr die Strohgebinde entzündeten.
Bei Heißgetränken der „MoKaBa“ und Kuchen von Schülerinnen und Schülern der Augusta-Bender-Schule Mosbach auf dem Kirchplatz ging man zum geselligen Beisammensein über. Im Anschluss an das Feuerspektakel zog es zahlreiche Besucher in den Rathaussaal zum Büchermarkt des Lions Clubs Mosbach. (pvh)



