
Schon während seiner Universitätszeit trat Chako Habekost auf die Bühne — aufgewachsen zweisprachig in Hochdeutsch und (Kur-)Pfälzisch, brachte er schon früh diese Sprachmischung in seine Auftritte ein. Sein erstes eigenes Solo-Programm, unter dem Titel „DeMundartischt“, datiert zurück ins Jahr 1996 und markierte den Beginn einer langen Bühnentätigkeit. Inzwischen blickt er auf rund 30 Jahre Präsenz auf den Brettern zurück und schafft es bis heute, die Säle zu füllen. Dabei hat er sich stetig weiterentwickelt: Er blieb sich und seinen sprachlichen Wurzeln treu, passte aber Stil und Themen immer wieder an wechselnde Publikumsansprüche an, sodass seine Auftritte nach wie vor Anklang finden. Kurz: Vom Studierenden mit Live-Ambitionen hat sich Chako Habekost über drei Jahrzehnte zu einem vielseitigen Bühnenkünstler und erfolgreichen Autor entwickelt, der sowohl klassisch live als auch modern digital seine Zuschauer erreicht.
Mit seinem neuen Programm „Es kummt wie’s kummt“ trat er am Dreikönigstag in Hockenheim auf, und wie so oft war die Veranstaltungshalle bis auf den letzten Platz gefüllt – das Publikum tobte vor Begeisterung. Ganz der altbewährte Entertainer: der aus der Kurpfalz stammende Comedian, der mittlerweile seine Haare blondiert hat, wirkt keineswegs altersmüde. Souverän steuert er durch den Abend, hat das Publikum fest in der Hand und reiht eine Gagflut an die nächste. Ohne Durchhänger jagt eine schlagfertige Pointe die andere, so dass die Zuhörer permanent in Gelächter ausbrechen. Bis zur wohlverdienten Pause präsentiert sich Chako als Stand-Up Comedian, thematisiert Chako die aktuellen Veränderungen in der Comedy-Landschaft: Er bemerkt, dass sich heutzutage sehr schnell verschiedene Minderheiten verletzt fühlen würden, und er äußert außerdem deutliche Kritik am Gendern. Mit Verve zeigt er auf, wie seiner Meinung nach manch neue sprachliche Konstruktion, etwa Begriffe wie „Stehpinkler:innen“, die Absurdität solcher Entwicklungen offenlegen.
Er widmet sich den verschiedenen Dialekten und erklärt mit gewohntem Witz, wie sie seiner Meinung nach Mimik und Gesichtsausdruck formen. Dabei bleibt er seinem Lieblingsziel treu: den Schwaben. Deren Laute beschreibt er als tief im Rachen erzeugt, fast so, als würden sie mit einem Spätzleschaber herausgeschabt. Bayrisch bezeichnet er als Doppelkinnsprache. Bei Sächsisch und Türkisch meint er, wegen der ähnlichen Vokalverwendung und Umlautfärbung eine Verwandtschaft zu hören – woraufhin das Publikum sich vor Lachen kugelt. Pfälzisch hingegen lobt er als klanglich sehr einladend und fast lautmalerisch, etwas, das Integration erleichtere, so sinniert Chako Habekost mit schelmischem Ton. Seine Nachahmungen, Mimik und Gestik unterstreichen jede Beobachtung und sorgen immer wieder für großen Beifall.
Auch die Politik bleibt vor seinem Spott nicht verschont: Der Mundart-Comedian nimmt Politiker aufs Korn und stellt sie häufig selbst als eine Art Komiker dar. Dabei kommt er natürlich auch an Donald Trump nicht vorbei und macht ihn zum festen Bestandteil seiner Show. Schnell hat er sich sogar ein komisches Duo ausgedacht: Donald und Frederik, die er in immer neuen Situationen auftreten lässt. Besonders amüsant sind seine fantasievollen Bilder davon, wie die beiden gemeinsam den Dürkheimer Wurstmarkt unsicher machen. Das Publikum bricht bei seinen lebhaften, detailreichen Szenen regelmäßig in schallendes Gelächter aus.
Seit nunmehr über dreißig Jahren gelingt es Chako Habekost mit verblüffender Leichtigkeit, den Kurpfälzer Dialekt liebevoll zu karikieren; gerade diese Art, typische Redewendungen und Eigenheiten der Region augenzwinkernd aufs Korn zu nehmen, macht ihn beim Publikum so beliebt. Er schwärmt vom kurpfälzischen Lebensgefühl und sagt mit Stolz: “Ich bin von da.” Die Leute schätzen ihn genau so, wie er sich gibt — authentisch, schlagfertig und mit einem feinen Sinn für komische Details. Und wenn er im nächsten Jahr — vielleicht inzwischen mit ein paar grauen Haaren — wieder nach Hockenheim zurückkehrt, um mit neuen Pointen aufzuwarten, werden alle wieder da sein: die treuen Besucher, die erwartungsvollen Fans. Dann heißt es für zwei Stunden nur noch lachen, denn seine frischen Gags und sein gewohntes Spiel sorgen dafür, dass kaum jemand das Lachen wieder abstellen kann.


