
Die Rede ist vom Abschluss ihrer Ausbildung bei der Wildberger Firma Hölzel und damit den Übergang zum Handwerksgesellen. Beide meisterten das Lernen mit Bravour und erhielten für ihre herausragenden Leistungen besondere Auszeichnungen.
Die beiden jungen Männer lagen in ihren Gesellenprüfungszeugnissen gleich auf – und teilten sich damit die Ehre, die besten ihres Gewerks zu sein. Die Handwerkskammer Calw verlieh den Feinwerkmechanikern je einen Innungssieg für diese Leistung. Luis Schulz meldete sich zudem für Wettbewerbe bei der Handwerkskammer Karlsruhe an und konnte dort überzeugen. Das brachte ihm zusätzlich den Titel Kammersieger ein. Beide sind der Beweis dafür, dass nach wie vor junge Menschen Begeisterung für Handwerksberufe zeigen.
Clemens Rathfelder fand über ein Praktikum während seiner Realschulzeit zur Firma Hölzel. Von allen Handwerksbetrieben, die er in dieser Zeit kennenlernte, gefiel ihm dieses Unternehmen am besten. Besonders begeistert hat ihn die Bearbeitung von Materialien wie Stahl und Aluminium, „was man sich eher hart vorstellt, das ist es aber meistens gar nicht“. Insbesondere galt das für die späteren Ausbildungsjahren, in denen Clemens Rathfelder viel an den CNC-Maschinen arbeitete, wo „Präzision und Kraft kontrolliert aufeinander treffen“, was die Herstellung „spannender und komplexer Bauteile ermöglicht“. Gut gefallen habe ihm auch die Arbeit an der Drehmaschine, ebenso wie die Berufstheorie, wo er lernte, wie etwas gefertigt wird und warum es wie viel aushält. „Während der Ausbildung hatte ich auch die Möglichkeit, mal größere und mal kleinere Projekte von Grund auf am PC zu entwerfen und später auch zu fertigen, was sich als sehr lehrreich erwiesen hat.“
Für Clemens Rathfelder war es kein konkretes Ziel, als Bester abzuschließen. „Das hat sich einfach durch aufmerksames Zuhören und Mitmachen im Unterricht und im Betrieb ergeben.“
Der Beruf des Feinmechanikers gefällt ihm nach wie vor, doch seine persönlichen Ziele haben sich verändert – und damit auch sein beruflicher Weg. Derzeit besucht er das einjährige Berufskolleg, um seine Fachhochschulreife zu erlangen. Ist das geschafft, soll es voraussichtlich nach Karlsruhe an die Hochschule (HKA) gehen, wo Clemens Rathfelder Verkehrssystemmanagement studieren möchte.
Auch für Luis Schulz stand bereits während seiner Schulzeit fest, dass er eine Ausbildung antreten möchte. Im Unterricht sowie bei verschiedenen Praktika in unterschiedlichen Firmen entdeckte er seine Leidenschaft für handwerkliches Arbeiten. „Das hat mir sehr viel Spaß gemacht“, erinnert er sich. Der Beruf des Feinwerkmechanikers war genau das Richtige für ihn: „Das Herstellen von unterschiedlichen Teilen nach technischen Zeichnungen und vor allem das Bearbeiten von Metall gefallen mir einfach.“ Insbesondere das Drehen und Fräsen machten Luis Schulz Freude. „Irgendwie bin ich dann bei dem Beruf hängen geblieben und war mir sicher, dass ich diese Arbeit machen möchte.“
An seine Prüfungen ist Luis Schulz mit viel Ehrgeiz und einem klaren Ziel herangegangen. „Ich wollte auf jeden Fall einer der Besten sein – dass es dann auch gereicht hat, war natürlich toll.“ Mit dem Eintritt in den Gesellenstand ist das Lernen für ihn aber noch lange nicht vorbei: „Ich will auf jeden Fall eine Weiterbildung zum Techniker machen, voraussichtlich ab September nächstes Jahr.“