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Comeniusschule

Über Jahre hat der Garten der Königsbacher Comeniusschule ein Geheimnis beherbergt: eine Zeitkapsel, gefüllt mit persönlichen Briefen der Schüler....
Ein tiefes Loch haben die Königsbacher Comeniusschüler im Schulgarten gegraben, um die Zeitkapsel zu bergen. Vor fünf Jahren hatte man sie dort vergraben. (rol)

Über Jahre hat der Garten der Königsbacher Comeniusschule ein Geheimnis beherbergt: eine Zeitkapsel, gefüllt mit persönlichen Briefen der Schüler. Nun hat man sie wieder ausgegraben.

Nach einer guten halben Stunde treffen die Spaten und die Hacken im Untergrund auf etwas Hartes. Zwischen Erdbrocken und Grasbüscheln taucht eine silbern glänzende Kiste auf. Mit vereinten Kräften versuchen die Schüler, sie aus dem Boden zu ziehen, immer und immer wieder. Doch das ist gar nicht so einfach, denn eine aus feinem Sand bestehende Drainage hält sie fest an Ort und Stelle. Mit ihr wollte man verhindern, dass Wasser eindringt und die Briefe beschädigt, die sich im Inneren der Kiste befinden. Vor ziemlich genau fünf Jahren, mitten in der Corona-Zeit, haben sie die Acht- und Neuntklässler der Königsbacher Comeniusschule im Garten vergraben: als eine Art Zeitkapsel, die einen Rückblick auf die eigene Schulzeit, auf die eigene Entwicklung und die selbst gesteckten Ziele ermöglichen soll. „Wir möchten die Schüler gern zum Reflektieren einladen“, sagt Lehrerin Nikola Pfrommer, die das Projekt mit einem Kollegen federführend betreut hat. Sie weiß noch genau, wie man die Kapsel im Sommer 2021 vergraben hat.

In der Corona-Zeit war es eine der wenigen Aktionen, die die Schule unter den strengen Kontaktbeschränkungen auf die Beine stellen durfte. Um die Stelle zu markieren, hat man damals einen Findling in den Schulgarten gesetzt. Doch der ist inzwischen verschwunden. Stattdessen steht eine Sitzgruppe mit gepflastertem Untergrund im Garten: direkt neben der Stelle, an der sich die Zeitkapsel befindet. Etwa einen Meter tief liegt sie im Boden, umgeben von jeder Menge Erde. Um sie einzugraben, haben die Acht- und Neuntklässler im Sommer 2021 viel Zeit und Mühe investiert. Alle Schüler aus allen Klassen haben damals einen Brief an ihr künftiges Ich geschrieben, bestehend aus einem Steckbrief mit Angaben zu den eigenen Vorlieben etwa beim Essen oder bei der Musik, aber auch mit Wünschen, Erwartungen und Zielen für die eigene Zukunft.

Ob sie sich erfüllt haben, ob sie überhaupt realistisch erreichbar waren, wird sich beim Schulfest Anfang Juli zeigen. Dann wollen Pfrommer und ihre Kollegen die Briefe in einem feierlichen Rahmen an ihre Verfasser überreichen, natürlich auch an diejenigen, die die Schule inzwischen in Richtung Berufsleben verlassen haben. Viele von ihnen hat man bereits eingeladen, erste Zusagen sind schon eingegangen. Beim Schulfest will man das Projekt nochmal kurz vorstellen und einen Film zeigen, der das Ausgraben der Kiste im Zeitraffer dokumentiert. Pfrommer und ihre Kollegen freuen sich schon jetzt darauf. „Das wird hoffentlich ein ganz schönes Wiedersehen.“ Die Lehrerin ist schon gespannt auf die Reaktionen beim Lesen der Briefe. Denn sie weiß, dass fünf Jahre im Leben eines Schülers eine lange Zeit sind, in der sich viel verändern kann. Für sie soll der Abschluss der Aktion eine Bestätigung sein: eine Gelegenheit, um kurz innezuhalten und zurückzublicken. – Nico Roller

Erscheinung
Amtsblatt der Gemeinde Königsbach-Stein
NUSSBAUM+
Ausgabe 23/2026
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Königsbach-Stein