
Turbulente Komödie ums Kranksein
Fünfmal hat das Dorftheater Eßlingen ihr Stück „Krankenstand“ von Markus Lendl in der ausverkauften Pfarrscheuer vor begeistertem Publikum aufgeführt. Regisseur Karl Honold hat wieder ein gutes Händchen bewiesen und die Rollen hervorragend besetzt.
Ursa Feldgrill (Kersten Mayer-Flemming) ist krank und möchte eigentlich nur ihre Ruhe haben. Doch ihre schrullig-schräge Nachbarin Hertha Gantler (Claudia Gönner) bedrängt sie heftig und andauernd mit ihrer „Nächstenliebe“, hat dabei jedoch immer nur ihren eigenen Vorteil im Sinn. Ursas Schwester Rotraud (Martina Taschler) steht auch ungefragt vor der Tür, um ihrer Schwester mit allerlei skurrilen Hausmitteln zu helfen, gekleidet mit virensicherer Ausrüstung aus Mundschutz, Schwimmbrille, Fahrradhelm und Regenponcho. Dass ausgerechnet jetzt zwei Maler (Nikolay Nowak und Marc Honold) erscheinen, um nach langer Wartezeit Ursas Wohnung zu streichen, trägt auch nicht gerade zur Entspannung der Situation bei. Den Früchtetee, den Rotraud zubereitet hat, würzen mehrere Personen unabhängig voneinander mit Hochprozentigem nach, was natürlich Auswirkungen auf die Kranke hat. Und ein Drohbrief an die Maler spielt auch eine Rolle. Nun taucht auch noch eine Mitarbeiterin des Sozialamts (erstmals dabei: Janina Mayer) wegen einer Kontrolle auf, und Rotraud gibt sich selbst als Ursa und die Betrunkene als ihre Mutter aus. Daraus ergibt sich ein wildes Verwirrspiel um die Identitäten, und letztendlich schleppt die Nachbarin auch noch einen Polizisten (Rainer Zimmermann) an, der die Maler wegen Falschparkens verhaften soll. Aber schließlich löst sich doch alles auf und die kranke Ursa hat das, was sie von Anfang an wollte: ihre Ruhe!
Wie immer zeigten sich die Besucher begeistert von der Atmosphäre in der kleinen denkmalgeschützten Pfarrscheuer, in der gerade einmal 88 Zuschauer Platz finden. Es geht eng zu, aber das macht den Charme des Eßlinger Theaters aus. Die Schauspieler brauchen kein Mikrofon und auch von hinten kann man gut ihre Mimik erkennen, die reichlich eingesetzt wird.
Als Souffleuse fungierte Dinah Schmid, vor den Akten spielte Anton Nowak auf dem Keyboard. Für die Maske waren wieder Conny Tuleweit und Christina Lehmann zuständig.
Nach 15 Jahren wurde das bewährte Bedienungsteam Werner und Helga Fuß verabschiedet. Ihre Aufgaben haben in diesem Jahr Christian, Jan und Nils Taschler übernommen.